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Düsseldorf-Bilk: Der Adventskalender 24 gute Taten wird zehn Jahre alt

„24 gute Taten“ : Adventskalender aus Düsseldorf sorgt für Glücksgefühle

Hinter jedem der 24 Türchen versteckt sich ein Projekt, das mit dem Verkaufserlös gefördert wird. Der Adventskalender aus Düsseldorf hat inzwischen eine Auflage von 100.000 Stück und startet zum Geburtstag eine App.

Glück verschenken, das war Sebastian Wehkamps Wunsch. Auf der Suche nach einem Geschenk für seine Freundin lief er durch das vorweihnachtliche Düsseldorf. „Ich wollte etwas Nachhaltiges verschenken und es sollte glücklich machen“, erinnert er sich. Bald war klar, was er sucht, gibt es in keinem Geschäft. „Ich habe mich gefragt, was kann ein nachhaltiges Glücksgefühl erzeugen. Menschen zu helfen sollte eine gute Erfahrung sein und je mehr man unterstützten kann, desto besser“, findet Wehkamp.

Die Idee eines besonderen Adventskalenders nahm nach und nach Formen an. Bald schon begeisterte Wehkamp Freunde und Familie von seinem Projekt. Sie gründeten einen Verein mit Sitz in Bilk und entwickelten gemeinsam den „Adventskalender der guten Taten“. Hinter jedem der 24 Türchen steht ein besonderes Projekt, das kurz vorgestellt wird, sorgfältig von den Vereinsmitgliedern ausgewählt.

„Dafür haben wir Kriterien erstellt, denn wir möchten Transparenz, Nachhaltigkeit und messbare Ergebnisse“, sagt Wehkamp. Diese Sorgfalt hat sich herumgesprochen und für die Aufnahme in den Adventskalender 2021 haben sich über 200 Organisationen und Projekte beworben. Viel zu tun für das Team um Wehkamp, denn auch die Nachfrage ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. „Es wäre schön, wenn wir die 100.000-Marke diesmal knacken könnten“, sagt der Initiator. Prominente wie der Schauspieler Hannes Jaenicke unterstützen den Verein, indem sie auf ihren Instagram-Kanälen vom ehrenamtlichen Engagement berichten. Die gute Sache in der Vorweihnachtszeit hat sogar Kanada erreicht. Dort erscheint der Adventskalender der guten Taten bereits zum zweiten Mal.

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Transparenz ist den Machern auch bei der Verteilung der Einnahmen wichtig. „Wir haben einen Schlüssel erarbeitet, wie das Geld unter den 24 Projekten verteilt wird“, sagt Sebastian Wehkamp. Bislang konnte das Team 240 Projekten in 64 Ländern mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Kalender finanziell unter die Arme greifen. „Das sind oft gar nicht so große Dinge“, sagt Wehkamp. „Aber schon allein wenn ich weiß, dass ich mit meinem kleinen Beitrag einem Straßenkind eine Mahlzeit oder einer Familie in Nicaragua einen Quadratmeter Moskitonetz ermöglichen kann, hat sich die viele Arbeit gelohnt“, sagt der zweifache Vater.

Dabei kann das Team mehr als stolz auf das Erreichte der vergangenen zehn Jahre sein: So wurden seit 2011 mehr als 990.000 medizinische Behandlungen ermöglicht, 621.533 Mahlzeiten verteilt, 4.425.502 Minuten Weiterbildung für geflüchtete Menschen realisiert und 1.304.728 Quadratmeter Natur geschützt. Nachhaltigkeit spielt auch bei der Produktion des Kalenders eine Rolle: Er wird auf umweltverträglichem Graspapier gedruckt.

Nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“ trägt der Verein sein Engagement seit einigen Jahren auch in Schulen und hat dafür mehrsprachige begleitende Unterrichtsmaterialien entwickelt. Am 1. Dezember startet das Team außerdem die App „24 gute Taten“. „Da kann sich jeder in den Favoriten seine Lieblingsprojekte nach Land oder Thema abspeichern“, sagt Sebastian Wehkamp und ergänzt: „Wer beispielsweise einen Quadratmeter Regenwald schützen möchte, kann das darüber ganzjährig weiter tun und die jeweiligen Projekte auch verfolgen“.