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Stadtmitte: DSC 99 verliert Sieben-Meter-Drama

Stadtmitte : DSC 99 verliert Sieben-Meter-Drama

Nach vier Minuten war alles vorbei. Tränen flossen ungehemmt, die Mannschaft wirkte wie ein Haufen geprügelter Hunde. Trainer Max Hönnekes blickte ratlos ins Leere. Was er zuvor gesehen hatte, verschlug ihm die Sprache. Die weibliche Hockeyjugend A des DSC 99 hatte im Westdeutschen Finale der Oberliga im Siebenmeterschießen verloren. Während Gastgeber Leverkusen ausgelassen jubelte, rappelten sich die Düsseldorferinnen erst nach und nach wieder auf.

"Das ist unendlich bitter. Auf diese Art und Weise zu verlieren ist einfach nur grausam", sagte Trainer Hönnekes, der in den Minuten nach dem Siebenmeterschießen viel Trost zu spenden hatte. Der Schock beim DSC saß tief. Denn während die Mannschaft beim Endrundenturnier zuvor fast alles richtig gemacht hatte, so machte sie im entscheidenden Moment fast alles falsch.

Der Tag begann mit einer Ausnahmeleistung: Das Halbfinale gegen Rot-Weiß Köln entschied der DSC mit 1:0 (1:0) für sich. Früh ging Hönnekes' Mannschaft in Führung. Nach einer Strafeckenvariante brauchte Stürmerin Lisa Becker den Ball nur noch über die Linie zu drücken. "Das hat mich besonders gefreut, denn diese Variante haben wir im Training mühevoll einstudiert", erklärte Hönnekes.

In der Folge entwickelte sich die Partie zu einer Abwehrschlacht des DSC. Torhüterin Leonie Lenkewitz bewahrte ihr Team mehrfach vor dem Ausgleich. Die Verteidigungsreihe um Alexa Medenus, Franziska Maringer, Nina Merten und Amelie Messemer klärte mehrfach in höchster Not.

Das Finale gegen Leverkusen war dann über weite Strecken ein offener Schlagabtausch. Der DSC ging in Führung. Stürmerin Daniela Edelhoff bediente Alina Hulston, die das Zusammenspiel sehenswert zum 1:0 vollendete. Doch die Gastgeber schlugen zurück.

Nach einer Strafecke fiel der Ausgleich. Nach der Pause war der DSC dann drückend überlegen. Leverkusen blieb bei Kontern gefährlich. Franziska Maringer klärte einen brandgefährlichen Torschuss auf der Linie. Tore fielen bis zum Abpfiff nicht mehr.

"Wir hätten den Sieg in regulärer Spielzeit verdient gehabt. Leider haben wir unsere Angriffe nicht zu Ende gespielt", meinte DSC-Trainer Hönnekes. Das Siebenmeterschießen entwickelte sich dann zum Albtraum für die jungen Gerresheimerinnen. Vier Schützinnen des DSC versagten die Nerven ihren Dienst. Da half auch nicht, dass Torhüterin Lenkewitz einen Siebenmeter entschärfte. "Uns hat im entscheidenden Moment der Mut verlassen", sagte Hönnekes.

Seine Mannschaft lobte er aber für eine gute Saison: "Wir haben uns spielerisch wieder weiterentwickelt. Mit den Leistungen bin ich sehr zufrieden. Der zweite Platz in Westdeutschland ist ein Erfolg." Daran ließ der Trainer keine Zweifel aufkommen.

"Man darf nicht vergessen, dass nur eine einzige Spielerin dem älteren Jahrgang angehört. Wir sind eine blutjunge Truppe." Es fehlte die Krönung, in Form des Titels. Der soll jetzt in der ab November beginnenden Hallensaison eingefahren werden. Die Vorbereitung darauf beginnt in zwei Wochen.

(RP)