Kamper Acker: Drei Ansätze nach OB-Besuch

Kamper Acker : Drei Ansätze nach OB-Besuch

Rund 200 Bürger waren am Montagnachmittag zur Bürgersprechstunde des städtischen Ordnungsdienstes gekommen. Alle wollten OB Dirk Elbers ihre Unzufriedenheit über die Situation am Kamper Acker kundtun.

Über eine Viertelstunde lang hatten die älteren Damen versucht, etwas von der Debatte zwischen Oberbürgermeister Dirk Elbers und Anwohnern des Kamper Ackers zu verstehen. Doch kein einziges Wort drang bis zu ihnen vor. "Mir reicht es, komm lass uns Kaffee trinken gehen. Es ändert sich doch eh nichts", zogen die beiden Freundinnen schließlich von dannen und ließen die rund 200 teils aufgebrachten Menschen am zentralen Platz in Holthausen zurück.

Andreas Vogt (li.) und Hermann Becker (re.) setzen sich schon seit längerem dafür ein, dass der Bereich um den Kamper Acker wieder für alle Holthausener lebenswert ist. OB Dirk Elbers (2.v.re.) hört sich gestern ihre Sorgen an. Foto: Christoph Goettert

Da die traditionellen Sprechstunden des OSD immer ohne Mikrofon abgehalten werden, verzichtete die Stadt auch am Montag darauf. Sehr zum Unwillen vieler Bürger, die in der zweiten Reihe rein gar nichts mehr von der Diskussion mitbekamen. Sinn dieser Sprechstunde sei es, dass Bürger den OB direkt ansprechen könnten, erläuterte ein Stadtsprecher das gewählte Vorgehen. Nur leider war Elbers jede Sekunde seines rund einstündigen Besuchs dicht umlagert. Und eigentlich alle, die sich Gehör verschafft hatten, hatten nur einen Punkt auf der Agenda: "Wie kann man den Kamper Acker für die Holthausener Menschen wieder lebenswerter machen?"

Doch immerhin drei Ansatzpunkte gibt es nach dieser Sprechstunde des städtischen Ordnungs- und Servicedienstes (OSD), die wegen des Besuchs von OB Elbers nun doch keine ganz normale war:

Eine mögliche Erweiterung des Spielplatzes, auf dem ein Alkoholverbot gilt;
eine stärkere Präsenz des OSD auch in zivil sowie eine Teilverlagerung der Methadonabgabe in andere Räumlichkeiten an der Kölner Landstraße.

Für den Holthausener Andreas Vogt, der für den letzten Beschwerdeausschuss den Antrag eines Alkoholverbotes für den Kamper Acker gestellt hatte, welcher sich allerdings rechtlich nicht durchsetzen lässt, muss es jetzt darum gehen, dass sich vor Ort tatsächlich etwas tut, sagte er unserer Zeitung. In der nächsten Sitzung der zuständigen Bezirksvertretung 9 am 26. Oktober wollen CDU und FDP nun gemeinsam den Antrag einbringen, den Spielplatz zur Bahnhaltestelle hin nach vorne zu erweitern. Dafür muss dann dort noch ein zusätzliches Spielgerät aufgestellt werden, mehr nicht. Außerdem sollen die Sitzbänke in dem Bereich anders gestellt werden und zwar so, dass sie nicht mehr zu geselligen Großrunden einladen. In Eller am Gertrudisplatz hat dieser Ansatz Erfolg gehabt, erzählte das Eller Ratsmitglied Franz-Dieter Simons. Inzwischen ist der Spielplatz wieder in den Händen der Kids.

(RP)
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