Oberkassel: Die kleine Kapelle ist das älteste Bauwerk Oberkassels

Oberkassel: Die kleine Kapelle ist das älteste Bauwerk Oberkassels

Die RP stellt in einer Serie Stadtteil-Kunstwerke vor.

Das Heiligenhäuschen an der gleichnamigen Straße gilt als das älteste noch erhaltene Gebäude in Oberkassel. "Dabei ist nicht überliefert, wann der erste Bau eines Kapellchens an dieser Stelle erfolgte", heißt es im Buch "Ars Publica Düsseldorf" von Wolfgang Funken. Belegt sei seine Existenz erstmals durch eine Landkarte aus dem Jahr 1772, die den "Schürmannshof" (Vossen links genannt) und die Kapelle in dessen unmittelbarer Nähe dargestellt.

Auf einer Zeichnung von Caspar Wolf (1735-1783) aus dem Jahr 1781 steht das Kapellchen noch auf freiem Feld. Die Darstellung entspricht nicht ganz der heutigen Gestalt, denn nach der verheerenden Flut vom 1784 musste das kleine Bauwerk wieder aufgebaut werden. 1934 erfolgte eine Restaurierung durch die Stadt Düsseldorf. Da war die Kapelle bereits von Wohngebäuden an der damaligen Nibelungenstraße umgeben. Deshalb wurde die Straße in "Am Heiligenhäuschen" umbenannt. 1937 entschied man sich neu, und taufte sie auf Nibelungenweg, wie Funken herausgefunden hat. Zehn Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, bekam die Straße wieder ihren einstigen Namen "Am Heiligenhäuschen".

  • Stadtteil-Geschichte aus Düsseldorf-Wersten : Die kalte Jahreszeit im Botanischen Garten
  • Nach Brand in Fußball-Vereinsheim : Düsseldorfer Polizei ermittelt Brandstifter

Das Gebäude ist durch einen eisernen Zaun geschützt. Links von der vergitterten Pforte ist eine Gedenktafel aus Bronze angebracht, die von der Geschichte des Heiligenhäuschens erzählt. Die Tafel wurde 1979 von Carl Vossen in Gedenken an seine Vorfahren gestiftet.

Seit 1958 kümmert sich der Oberkasseler Heimatverein um die kleine Kapelle. "Wir sorgen dafür, dass es dort sauber bleibt, schaffen Blumenschmuck an, und Weihnachten stellen wir eine kleine Krippe auf", sagt Vorsitzender Willi Erler. Dem Verein ist es auch zu verdanken, dass das Kapellchen in gutem baulichen Zustand bleibt. So hat die Stadt jüngst Dach und Fassade saniert. Kosten: 60 000 Euro.

(hiw)
Mehr von RP ONLINE