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Lohausen: Die kleine gelbe Schule im Dorf

Lohausen : Die kleine gelbe Schule im Dorf

Viele Generationen von Kindern haben in der Katholischen Grundschule in Lohausen die Schulbank gedrückt. Das Schulleben ist seit vielen Jahrzehnten fest mit dem Stadtteil verbunden.

In den letzten fünf Jahren hat Schulleiterin Christiane Schildt immer wieder Kinder aus Lohausen ablehnen müssen, da ihre Schule bereits vollständig belegt war. Denn das schöne Backsteingebäude bietet nur Platz für fünf Klassen, so dass zurzeit 122 Kinder unterrichtet werden. Als die Schule 1905 eröffnet wurde, sah das anders aus. Rund 200 Schüler besuchten die Einrichtung, die damals noch als Volksschule geführt wurde. Die Kinder wurden bis zum achten Schuljahr unterrichtet, allerdings mussten mehrere Jahrgänge in einer Klasse zusammengefasst werden. Klassenstärken von mehr als 70 Schülern waren der Normalfall.

Bis heute hat die Schule eine wechselvolle Geschichte erlebt. Soldaten wurden während der Kriege untergebracht, das Gebäude durch Bomben beschädigt, eine Masernepidemie sorgte für "Zwangsferien" und ein Einbruch für Empörung, wie die Schulchronik berichtet. 1967 wurde die Volksschule in eine Grundschule umgewandelt. Zehn Jahre später erhielt sie ihren charakteristischen knallgelben Anstrich. Das Kürzel KGS für Katholischen Grundschule steht seitdem auch für "Kleine gelbe Schule", wie die Lohauser liebevoll das Gebäude nennen. Das ist allerdings inzwischen gar nicht mehr so gelb, denn die Fassade wurde saniert und nur noch die Fenster haben seitdem eine gelbe Einrahmung. Überhaupt hat sich viel in den letzten Jahren getan. So erhielt die Schule 2008 die langersehnte Turnhalle. Diese wird aber nicht nur von den Grundschülern genutzt, sondern Vereine, die Feuerwehr, der Kindergarten und die Fahnenschwenker trainieren dort ebenfalls. Außerdem wurde ein Anbau für den Offenen Ganztag errichtet. "Jeder Klassenraum hat einen direkten Zugang zu einem Raum im Neubau, kann diesen also mitbenutzen", sagt Schildt. Trotz dieser Neubauten hat sich die Schule aber den Charakter einer richtigen Dorfschule im besten Sinne erhalten. "Es kennt jeder hier jeden", sagt die Schulleiterin. Hier kommen die Kinder noch größtenteils zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Kickboards zur Schule, wie die vielen abgestellten Fahrzeuge auf dem Schulhof beweisen. "Wir belegen deshalb immer auch einen der vorderen Plätze beim Walk-to-School-Day", sagt Schildt. Zudem ist man fest im Stadtteil integriert. Teilnahmen an Festen und Auftritte der Schüler dort sind selbstverständlich. "Wir erfahren hier viel finanzielle oder ideelle Unterstützung durch Vereine und Institutionen", sagt die Leiterin. Sie kann sich zudem auf eine engagierte Elternschaft und Kollegium verlassen. Die Eltern beispielsweise begleiten die Kinder zum Eislauftraining oder zum Schwimmunterricht, der in der KGS vom ersten bis vierten Schuljahr erteilt wird.

"Ohne die Mithilfe der Eltern wäre das gar nicht möglich", sagt Schildt. Zwar müssen an so einer kleinen Schule wenige Lehrer viele verschiedene Aufgaben übernehmen. Die Rektorin versucht dennoch, jeden viel in seinem Fachgebiet arbeiten zu lassen. "Die Kollegen wissen, was ich befürworten würde und dürfen deshalb viel selber entscheiden. Wichtig ist, dass es gut für die Kinder ist."

(RP)