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Gerresheim: Detailplanung für neue Benderstraße vorgestellt

Gerresheim : Detailplanung für neue Benderstraße vorgestellt

Stadtverwaltung informierte Bürger. Der Streit um den Sinn des Umbaus hält an. Gegner fordern Erhalt des Zweite-Reihe-Parkens.

Der Umbau der Benderstraße spaltet die Gerresheimer auch nach dem Grundsatzbeschluss für eine Veränderung der Einkaufsstraße in zwei Lager: Gegner und Befürworter stehen sich unversöhnlich gegenüber. Das zeigte der etwa gleich starke Beifall für beide Parteien auf der Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung, die die ersten Details für den Umbau vorstellten.

Die Ausgangslage ist klar: Die Bezirksvertretung und der Rat haben mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Benderstraße nur noch eine statt bisher zwei Fahrspuren in jede Richtung hat, damit die Gehwege verbreitert werden können. Auf der Fahrspur liegen auch die Gleise für die Stadtbahn, die Haltestellen sollen mobilitätsgerecht nach modernem Standard ausgebaut werden. Die Fahrspur für Autos ist überbreit, so dass Radfahrer genügend Platz neben den Straßenbahngleisen haben. Die neue Regelung macht das Parken in zweiter Reihe unmöglich.

Dagegen laufen Gegner des Umbaus Sturm. Sie befürchten, dass die Kaufleute große Umsatzeinbußen haben, wenn Kunden nicht mehr in zweiter Reihe ihr Auto abstellen können. "Die Benderstraße funktioniert gut, es macht keinen Sinn, mit viel Geld das spontane Halten unmöglich zu machen und das Einkaufszentrum zu gefährden", sagte Sönke Willms-Heyng, FDP-Bezirksvertreter. Trotz der Einwände, die Kritiker von Anfang an hatten, wird wie beschlossen umgebaut, bekräftige Verkehrsdezernent Stephan Keller. Bei den Details sollten die Bürger aber zu Wort kommen.

"Es wird mit der neuen Gestaltung genug Stellplätze geben", betonte Uwe Kloppe, der für die Stadt die Pläne erarbeitet. Bisher gebe es 227 legale Parkplätze, nach dem Umbau würden es 256 sein, Platz genug auch für Autos, die heute in zweiter Reihe stünden. "Wenn die Benderstraße nicht umgebaut wird, fallen aber 14 Stellplätze weg, weil die Haltestellen für die Bahnen vergrößert werden", sagte Kloppe.

Wichtig für die Kaufleute sind Ladezonen für Autos, mit denen Ware geliefert wird. "Zusammen mit den Geschäftsleuten werden die Standorte festgelegt. Die Zonen sind bis zu drei Meter breit, damit Lkw Platz haben", erklärte Kloppe.

Attraktiver kann die Benderstraße durch neue, breite Gastronomiezonen vor Bistros, Eisdielen oder Cafés werden. Dafür haben sich laut Kloppe schon Gastronomen beworben. Zudem sollten 57 neue Bäume gepflanzt werden. "Allerdings müssen wegen des knappen Platzes an den neuen Haltestellen 15 Bäume gefällt werden", sagte Kloppe. Vertreterinnen der Baumschutzgruppe Düsseldorf forderten die Planer auf, möglichst viele Bäume zu retten, weil sie für Klima wichtig seien.

Gelobt wurde von Teilnehmern die Lösung für die Fahrradfahrer. Die überbreite Fahrbahn biete mehr Sicherheit. Allerdings sei es problematisch, wenn an den Haltestellen die Radwege auf den Gehweg geleitet würden.

Geschäftsleute haben Sorge wegen der langen Umbauzeit. Für viele Einzelhändler könne diese den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Die Stadt müsse überlegen, ob sie Entschädigungen zahlen könne.

(RP)