Derendorf: Zeitreise durch die Schulgeschichte

Derendorf : Zeitreise durch die Schulgeschichte

Zum 50-jährigen Bestehen der Justus-von-Liebig-Realschule haben Schüler modisch und musikalisch die Zeit Revue passieren lassen - mit Petticoats, Schlaghosen und Musik von den Beatles und Helene Fischer.

Für die Geburtstagsfeier der Justus-von-Liebig-Realschule haben sich die Schüler etwas ganz Besonderes ausgedacht. Eine Gruppe von sieben Jungen und Mädchen stellt eine Modenschau auf die Beine, die die vergangenen 50 Jahre Revue passieren lässt - modisch und auch musikalisch. Bei der Zeitreise in die Vergangenheit gibt es Petticoats, blumige Schlaghosen, und zerrissene Jeans zu sehen - und auch die Disco-Hosen, die man aus Filmen wie "Saturday Night Fever" kennt. Und zu jeder Ära gibt es die passende Musik: Die zerrissenen Jeans, die die Mode von 2010 darstellen sollen, wird Helene Fischers Lied "Atemlos" gespielt. Die blumigen 70er Jahre hingegen werden von Reggae-Musik begleitet, die 80er mit Disco-Musik.

Eröffnet wurde das Festprogramm mit dem Hit "Yesterday" von den Beatles. Und das nicht ohne Grund. Denn im Jahr 1965, als "Yesterday" ganz oben in den Charts war, wurde die Justus-von-Liebig-Realschule an der Schwannenstraße eröffnet, damals hieß sie noch Realschule in der Lohe. Erst beim Umzug vor drei Jahren, zum jetzigen Standort an der Ottweilerstraße, wurde der Name geändert. Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke zitierte die Worte des Namensgebers und Chemikers Justus von Liebig: "Ein Erfinder hält nichts für unmöglich." Die Namensänderung soll deutlich machen, dass auch an der Realschule mit naturwissenschaftlichem und technischem Schwerpunkt keine Grenzen gesetzt werden sollen.

Doch nicht nur Musik und Mode haben sich im Verlauf der Jahre geändert, auch die Schule, die inzwischen einen anderen Namen trägt. Das macht ein Schüler der ersten Stunde, Jens Lüdtke, heute Schülerberater von der Agentur für Arbeit, deutlich. "Damals gab es noch keine Streitereien zwischen Mädchen und Jungen, da es keine Mädchen an der Schule gab", sagt er. Denn in den 1960er Jahren war die Realschule noch eine Kadettenanstalt mit bis zu 40 Schülern in einer Klasse. Lüdtke hatte zur damaligen Zeit noch ein Zeugnisheft, in dem alle Zeugnisse aufbewahrt wurden. So ein Heft gibt es mittlerweile nicht mehr.

Louisa Starke besucht zurzeit die zehnte Klasse und ist Schülersprecherin. Sie schätzt die Schule für viele Dinge: So seien die Lehrer aufmerksam, es würde ihnen zum Beispiel auffallen, wenn es einem Schüler schlecht gehe. Dann würden sie nachfragen, wie es ihnen geht und ob man ihnen helfen könne. Außerdem findet Louisa Starke es gut, dass es keine Schlägereien auf dem Pausenhof gibt. An anderen Schulen, so hat sie es zumindest erzählt bekommen, gebe es immer wieder mal körperliche Auseinandersetzungen zwischen Schülern. Und in den Pausen steht die Zehntklässlerin ihren Mitschülern mit Rat und Hilfe bereit.

Bei der Geburtstagsfeier lesen drei Schülerinnen, die in unterschiedlichen Jahren jeweils den Vorlesewettbewerb der sechsten Klasse gewonnen haben, auch aus drei Büchern Passagen vor, die mit der Schule in Verbindung stehen. Darunter ist auch Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf". Pippi spricht ihre Lehrerin mit "Du" an und tut sich mit dem Matheunterricht schwer, womit sie für Lacher in der Klasse sorgt.

Eine Realschule zu leiten, das sei nicht leicht. Dennoch kann sich Schulleiter Bethold Pütz nicht beschweren: "Ich komme jeden Tag immer wieder gerne in die Schule. Die Arbeit ist abwechslungsreich und es ist stets etwas los. Manchmal wünsche ich mir geradezu etwas mehr Langeweile."

(RP)