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Serie Die Träger des Martinstalers Furchtlos und neugierig

Düsseldorf · Hans-Christian Benedict hat den Martinstaler der Stadt für sein ehrenamtliches Engagement im Repair-Café erhalten. Dort werden kaputte Geräte repariert.

 Hans-Christian Benedict versucht in der Werkstatt des Repair-Cafés an der Rather Straße, einen Staubsauger zu reparieren.

Hans-Christian Benedict versucht in der Werkstatt des Repair-Cafés an der Rather Straße, einen Staubsauger zu reparieren.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Als Hans-Christian Benedict vor rund zehn Jahren in Köln erstmals ein Repair-Café kennenlernte, war er direkt von der Idee begeistert. Denn der 46-Jährige ist damit groß geworden, dass man Geräte wieder instand setzt. „Mein Vater war durch den Krieg geprägt, deshalb wurde bei uns alles repariert. So habe ich beispielsweise gelernt, Fahrräder zu reparieren.“ Als Jugendlicher hat Benedict dann noch in einer Holzwerkstatt eines Jugendzentrums gewerkelt, in der heimischen Garage herumgebastelt und in Elektronikkursen sich weitere Kenntnisse angeeignet.

Gemeinsam mit anderen Mitstreitern setzte sich Benedict vor zehn Jahren für das erste Repair-Café in Düsseldorf ein, das dem Verein Garage-Lab angegliedert ist und seinen Sitz im Hinterhof der Rather Straße 25 hat. Einmal im Monat öffnet die Werkstatt. Im Schnitt 40 bis 50 Besucher kommen dann vorbei, in der Hoffnung, dass ein kaputtes Haushaltsgerät wie Laptop, Handrührgerät, Radio, Wecker, Kopfhörer und Toaster wieder auf Vordermann gebracht werden kann. Die Chancen dafür stehen gut. „Unsere Erfolgsquote liegt bei rund 60 Prozent“, sagt Benedict, der als Projektmanager im technischen Vertrieb tätig ist.

Er hat gleich mehrere Motivationen, sich ehrenamtlich in der Werkstatt zu engagieren, dafür im Schnitt vier bis fünf Stunden in der Woche zu investiere. Nachhaltigkeit, Ressourcen schonen und damit Umweltschutz gehören dazu. „Zudem geht die Fähigkeit, Dinge zu reparieren, leider immer mehr verloren. Wir wollen aber dieses Wissen erhalten und weitergeben.“

Deshalb geben die Kunden im Repair-Café auch nicht einfach nur ihre Geräte ab, sondern werden in die Arbeiten mit einbezogen. „Sie sollen die Hemmungen verlieren, einfach einmal selber ein Gerät aufzuschrauben und sie sollen sehen, warum das Gerät nicht mehr funktioniert hat. Vielleicht gestalten sie dann ihren nächsten Kauf anders.“ Benedict versucht immer, den Kunden die einzelnen Arbeitsschritte genau zu erklären. „Ich habe dabei gelernt, wie man gut sein Wissen vermitteln kann und bin sehr geduldig geworden.“

Am liebsten repariert Benedict selber Nähmaschinen. „Das sind filigrane, mechanische Geräte, die ewig halten.“ Und da der Oberbilker schon als Kind am Fahrrad herumgeschraubt hat, ist er nun außerdem der Leiter der Fahrradwerkstatt.

Für sein vorbildliches Engagement wurde ihm von der Stadt der Martinstaler verliehen. „Das kam völlig unerwartet und hat mich sehr gefreut. Zumal ich darüber die Idee des Reparierens bekannter machen kann.“ Zudem hofft Benedict, dass sich weitere Mitstreiter für das Repair-Café begeistern. „Wer sich dafür interessiert, sollte handwerkliche und elektronische Kenntnisse, aber auch Neugierde und eine gewisse Furchtlosigkeit mitbringen.“

Infos unter www.garage-lab.de.

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