Düsseldorf: Ausverkauf in der "Butze"

Derendorf: Tschö Butze

Ausverkauf in der Butze: Ein letztes Mal öffnet das Kollekitv die Kneipe an der Weißenburgstraße, um alte Erinnerungen zu verkaufen. Zeljko Marijancevic wird die Nutzung samt Namen übernehmen. Ungewiss ist, was sich alles ändern wird.

Für viele Menschen war die "Butze" an der Weißenburgstraße mehr als nur eine Eckkneipe. Sie war veganer Treffpunkt, Brauerei, Gegenentwurf. Doch nun ist nach drei Jahren endgültig Schluss mit dem Konzept des Kneipen-Kollektives. Die Schlüssel werden an einen neuen Pächter übergeben. Eigentlich war die Party am 31. Dezember vergangenen Jahres das Finale der "Butze", doch passend zum Frühlingsanfang sollte noch einmal ausgemistet werden. Deshalb lud das Team der Butze am Samstag zu "Trödel, Trinken & der Theke winken" ein, um sich von dem Derendorfer Szenetreffpunkt zu verabschieden.

Aus diesem Grund waren auch Diana und Margot gekommen. Sie wollten sich nicht nur von einer Kneipe, sondern auch von den Mitarbeitern verabschieden. "Ich habe hier über der Butze gewohnt und bin auch nachdem ich nach Oberbilk gezogen bin, immer wieder gerne wegen der familiären Atmosphäre hier hergekommen" sagte Diana. Neben der Atmosphäre und dem rustikalen Ambiente zogen auch das selbst gebraute Bier und das vielfältige Angebot veganer Küche die Menschen in die "Butze". Hier hätten die Mitarbeiter es geschafft, gutes Essen mit Kneipengemütlichkeit zu kombinieren, sagte Margot. Die Küche blieb an diesem letzten Öffnungstag geschlossen. Dennoch wurde bei Altbier und den übrigen Sektbeständen von der der Silvester-Party fleißig in den Verkaufsständen gewühlt, da man sich hier noch das ein oder andere Souvenir aus Kollektivzeiten für das heimische Wohnzimmer sichern konnte.

Wie es mit den Räumlichkeiten weitergehen soll, war lange nicht geklärt, doch nach zweimonatiger Suche fand sich ein Pächter, der in der Düsseldorfer Kneipenszene kein Unbekannter ist. Zeljko Marijancevic ist seit Jahren erfolgreicher Geschäftsführer der beliebten Altstadtkneipe "Ohme Jupp", sowie des "Paul's" in Oberkassel. Wie viel durch den neuen Pächter verändert werden soll, ist noch unklar. Fest steht bis jetzt aber schon: der Name "Butze" soll bleiben. Auch das Angebot von veganen und vegetarischen Gerichten soll vom neuen Pächter übernommen werden.

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Die Gäste des letzten Tages stehen dem Pächterwechsel gemischt gegenüber. Sie bewerten den Übergang vom Kollektiv zur Inhaberkneipe als Qualitätsverlust. Dadurch, dass das Kollektiv größer als seine Einzelteile sei, sehen sie die Einzigartigkeit der Butze gefährdet. Im Dezember 2014 von elf Initiatoren als Kneipen-Kollektiv gegründet, ohne Chef geplant, sollte sie als Gegenentwurf zu herkömmlichen Gastrobetrieben dienen. Was viele Gäste auch durch die Möglichkeit, ihre Kneipe mitzugestalten, in die "Butze" zog. Ein Konzept, das ebenso innovativ wie streitbar in seinem Ergebnis ist. Denn nach nur drei Jahren war für das Kollektiv Schluss.

Die niedrigen Preise forderten ihren Tribut, da die Gewinne nicht ausreichten, um die Überstunden zu bezahlen. "Wir haben bewiesen, dass das Prinzip Kneipen-Kollektiv funktionieren kann", zieht Cornelius Schaper dennoch ein positives Resümee. Er ist einer der Verantwortlichen. "Alle Mitglieder des Kollektives sowie Maskottchen Ferd werden der Stadt erhalten bleiben", sagte Schaper. Nach drei Jahren sei es an der Zeit, sich neuen Projekten zuzuwenden.

Dennoch will das Kollektiv nicht ausschließen, auch in der neuen Kneipe die ein oder andere Thekenschicht zu übernehmen.

(RP)