Derendorf: Gedenkstele zur Erinnerung an das „Lager Bahnhof Derendorf an der Schinkelstraße“

Erinnerung: Eine Tafel, die nie vergessen lässt

Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner setzt sich für ein friedvolles und respektvolles Miteinander ein. Sie regte auch die Stele an.

Tanja Porstmann spielte mit „Air“ von Johann Sebastian Bach und einer Improvisation der Titelmusik von „Schindlers Liste“ auf der Geige. Traurige Musik, die zum Anlass passte, ein Anlass, der an das erinnern sollte, was in der Vergangenheit passierte und der Lehren für die Zukunft bringen soll. Die Bürgermeisterin des Stadtbezirks 1, Marina Spillner, Peter Henkel von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, sowie Dagmar Gutheil enthüllten eine Gedenkstele zur Erinnerung an das „Lager Bahnhof Derendorf an der Schinkelstraße“, in dem Zwangsarbeiter im nationalsozialistischen Regime zusammengepfercht wurden.

Dort wo jetzt im „Quartier Central“ viele Menschen in modernen Neubauwohnungen ihr Leben genießen, befand sich von 1942 bis 1945 ein Zivilarbeiter-Lager für „West-“ und „Ostarbeiter“ der Deutschen Reichsbahn. „Hier lebten 110 Zwangsarbeiter aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Polen, Russland und der Ukraine“, erzählte Gutheil, die jahrelang zum Zwangsarbeiterlager Derendorf geforscht hat. „Es litten auch 35 Niederländer hier, die 1944 mit 54.000 jungen Niederländern in der Razzia von Rotterdam von der Wehrmacht zusammengetrieben wurden, um sich nicht mit den heranrückenden alliierten Truppen zu verbinden.“ Die Namen der Niederländer sind auf der Stele verzeichnet. Auch der von Hendrik van den Hoek. „Ich habe seine Tochter kennengelernt und festgestellt, dass sie nie das Trauma des Todes des Vaters in Düsseldorf verwunden hat“, erklärt Dagmar Gutheil.

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„Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, 73 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus zu mahnen und gegen das Vergessen anzugehen“, meinte die Bezirksbürgermeisterin. „Wer heute die Bilder aus Chemnitz sieht, weiß, wie wichtig es ist, nicht zu vergessen und sich gegen rechts zu stellen.“ Für ein friedvolles und respektvolles Miteinander setzt sich Marina Spillner ein. Die Stele ist Teil des demnächst zehn Stationen umfassenden Weges „Geschichtsorte in Derendorf“.

(tino)
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