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Gerresheim: Demonstration für einen besseren S-Bahnhof

Gerresheim : Demonstration für einen besseren S-Bahnhof

Georg Henning scheitert jeden Tag an gleicher Stelle: An den Treppen des S-Bahnhofs Gerresheim, die zum Gleis Richtung Erkrath führen. Der 84-Jährige möchte mobil bleiben und ist auf sein Fahrrad angewiesen. Er muss es über die Treppen tragen, die zum Gleis führen, weil es keine Rampen oder Aufzüge gibt. Das kann er in seinem Alter aber nicht mehr. "Ich muss einen großen Umweg fahren", sagt der Rentner. Er ist wie viele andere Betroffene zu einer Demonstration am S-Bahnhof gekommen, zu der die Interessengemeinschaft "Gerresheim Süd verbindet" aufgerufen hatte. Ihre Forderung an Stadt und Bahn: "Baut endlich den versprochenen großzügigen Tunnel".

Schon seit drei Jahren kritisiert die Interessengemeinschaft die schlechten und beschwerlichen Zugänge zum Bahnhof und zu den Stadtvierteln. Sie kämpft dafür, dass der von der Stadt Düsseldorf und der Deutschen Bahn geplante großzügige, mit Rampen ausgestattete Fußgänger- und Radfahrertunnel gebaut wird. Die Sprecherin der Interessengemeinschaft, Hildegard Düsing-Krems, ist wütend: "Vor drei Jahren hat es einen Architektenwettbewerb gegeben und ein Entwurf wurde ausgewählt, seitdem liegt er in der Schublade."

Mit Plakaten stehen Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhl- und Fahrradfahrer, Gehbehinderte und Senioren im hohen Alter am S-Bahnhof in Gerresheim verteilen Handzettel und sprechen Reisende gezielt an. Marianne Hansen und Rosi Seidensticker bezweifeln mittlerweile, dass sie den neuen Tunnel mit Rampen und Aufzügen noch erleben werden: "Wir werden immer älter, das zieht sich alles in die Länge", sagt Marianne Hansen.

Reisende unterstützen die Forderungen. Beim Gang der 56 Treppen hinunter und wieder hinauf zum Gleis möchte man als Reisender lieber Augen und Nase verschließen. Der Gestank nach Urin und der Hundekot mitten im Tunnel laden nicht zum entspannten Reisen ein.

Über die Terminplanung für den Umbau bringt eventuell eine Bürgerveranstaltung am 15. November soll mit den Vertretern der Stadt und der Bahn mehr Klarheit, hoffen die Mitglieder der Interessengemeinschaft, die den Abend organisiert.

(RP)