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Eller: Das Gurkenland will keine Industrie

Eller : Das Gurkenland will keine Industrie

Der Lastwagenverkehr im Wohngebiet Gurkenland rund um den Dillenburger Weg und der Waagenstraße soll eingeschränkt werden. Die Bezirksvertretung (BV) 8 bittet daher die Verwaltung, die Logistikbetriebe in dem Viertel konsequent zu kontrollieren und Verstöße gegen das Einhalten der Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr zu bestrafen. Zudem sollen die Betriebe dort nicht nachträglich genehmigt werden, sondern etwaige unerlaubte Nutzungen untersagt werden. Damit reagiert die BV auf Beschwerden von Anwohnern. Die kritisieren, dass große Lkw von einer Spedition, die in ein ehemaliges Warenlager eines Kaufhauskonzerns eingezogen ist, für Lärm sorgen und die engen Wohnstraßen blockieren. Inzwischen hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet. Die Stadtverwaltung hat bestätigt, dass das Gelände nicht für ein Logistik-Unternehmen vorgesehen sei, sondern nur für kleineres Gewerbe.

Das hat aber dort Tradition. Denn bereits ab 1875 wurden dort Produktionsbetriebe gegründet, weil das Erdreich zu schlecht für Ackerbau und Landwirtschaft war. Das hat der Historiker Ulrich Brzosa bei Forschungen über den Stadtteil herausgefunden. Zuerst wurden dort zwei Ziegeleien mit Ringofen gebaut, die das lehmige Erdreich der Umgebung für die Herstellung von Steinen nutzten. "Bald folgten vor allem an der Waagenstraße und auch am Dillenburger Weg weitere Produktionsbetriebe", sagt Brzosa, darunter Maschinenbaufirmen, Zahnradfabriken, Waagenhersteller und Maschinenbauer. Im Laufe der Zeit waren es zwölf Unternehmen, die dort produzierten oder Waren auslieferten, so Brzosa.

Große Probleme machte die Fabrik für chemische Produkte Siemons an der Waagenstraße. Denn durch unsachgemäßen Umgang mit Chemikalien wurde das Erdreich mir chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) verschmutzt. Heute sind dort die Maschinenbaufirma Goma ansässig, die die benachbarte Zahnräderfabrik Unternehmen der Gebrüder Beyll übernommen hat, und eben die Spedition Logtrans. In den vergangenen Jahren ist dort auch eine Wohnsiedlung herangewachsen. So sind Konflikte entstanden, die die Bezirksvertretung im Sinne der Anwohner lösen will.

(bro)