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Carlstadt: Spee’scher Graben wird umgestaltet

Carlstadt : Spee’scher Graben wird umgestaltet

Das Gartenamt forstet die Halbinsel auf und saniert den Spiel- und Aufenthaltsbereich. Trotz Anhörungen bleiben einige Anwohner skeptisch: Der Vogelbestand sei zurückgegangen, es sei lauter und die Luft schlechter geworden.

Am Anfang stand der Plan, den historischen Grüngürtel Düsseldorfs wiederherzustellen. Den hatte der Gartenarchitekt Maximilian von Weyhe anstelle der alten Festungsanlagen nach deren Abriss anlegen lassen. Doch mit ihrem ehrgeizigen Ziel, diese Park-Idee des frühen 19. Jahrhunderts zu rekonstruieren, haben sich die Planer des Gartenamtes speziell beim Spee'schen Graben am Stadtmuseum einigen Ärger eingehandelt. So gab es im vergangenen Jahr zum Teil wütende Proteste von Anwohnern, als bekannt wurde, wie viele Bäume gefällt und wie viele Sträucher gestutzt werden sollten, um die Parkanlage zu rekonstruieren.

Die Kritik der Anlieger war unter anderem lautstark bei einem Ortstermin in der Anlage vorgebracht worden. Die Verwaltung reagierte und speckte das Konzept ab: Weit weniger Bäume wurden gefällt als ursprünglich vorgesehen. Allerdings sollen noch einige Gehölze weichen. Nicht nur aus Gründen der Rekonstruktion alter Wegeachsen, sondern auch, um Angsträume zu beseitigen, wie eine Mitarbeiterin des Gartenamtes berichtet. Einige Anwohner sind aber noch immer nicht überzeugt. Es habe nie "Angstflächen" in der Anlage gegeben, schrieb ein Anlieger der Poststraße jetzt an die Bezirksvertretung 1. Außerdem sei seit der Abholzaktion der Vogelbestande am Spee'schen Graben zurückgegangen. Es gebe mehr Lärm, und die Luft sei schlechter geworden. Fazit: "Die grüne Oase ist sehr reduziert worden."

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Dessen ungeachtet soll laut Gartenamt im kommenden Frühjahr nun mit dem ersten Bauabschnitt der Umgestaltung der Halbinsel am Spee'schen Graben begonnen werden. "Um die gesamte Halbinsel in einem Rutsch zu sanieren, ist nicht genug Geld da", sagt Landschaftsarchitekt Thomas Hechtle-Wacker vom Gartenamt. Auch der erste Bauabschnitt hat schon seinen Preis: 153 000 Euro kostet es, das Areal inklusive des aus den 60er Jahren stammenden Kinderspielplatzes herzurichten. Der erste Bauabschnitt umfasst zunächst einmal nur die halbe Halbinsel zur Wasserfläche hin. Wobei der Spielplatz nach einigem Hin und Her nun doch bleiben soll, wo er ist und nicht zur Poststraße verlegt wird.

Ein runder Platz an der Spitze der Halbinsel teilt die Fläche in einen Ruhe- und einen Spielbereich. Im Ruhebereich zur Landzunge hin werden Bänke aufgestellt. Der Spielbereich, an dessen Gestaltung Grundschüler der nahen Maxschule mitgewirkt haben, erhält neue Holzspielgeräte in naturnahen, nicht bunten Farben. Außerdem gibt es einen Kletterwald mit Holzstäben und Körben und eine Seillandschaft. Die Spielbereiche werden durch Hecken begrenzt, damit Kleinkinder nicht direkt an die Uferlaufen können. Auch diese werden saniert, von Wildwuchs befreit, abgeflacht und mit neuen Bodendeckern bepflanzt. Röhricht oder andere Uferbepflanzung wie von Mitgliedern der Bezirksvertretung 1 gewünscht, ist nicht geplant. Das wäre ein Sicherheitsrisiko für Kinder, so das Gartenamt. Nicht wieder aufgestellt werden die Bänke im vorderen Bereich der Insel, was ebenfalls von Teilen der BV bedauert wird. Obdachlose oder angetrunkene lautstarke Altstadtbesucher will man laut Gartenamt so fernhalten. Die BV 1 stimmte dem Bauantrag zu, aber nur, wenn keine weiteren Bäume gefällt werden.

(RP)