Kommen und Gehen in Düsseldorf : Die Tanzsäle heißen Carl und Grace

Lia Rosenthal hat an der Bastionstraße eine Ballettschule eröffnet. Kinder ab zwei Jahren können bei ihr lernen. Erwachsene können sich auf Aufnahmeprüfungen vorbereiten.

Für Lia Rosenthal ging ein Traum in Erfüllung. „Ich wollte schon immer eine Ballettschule in Düsseldorf eröffnen. Die Carlstadt ist für mich der schönste Stadtteil. Er zieht mich magisch an“, gesteht Rosenthal. „Es ist eine Herzensangelegenheit, etwas eigenes von Grund auf aufzubauen.“ Aber ohne „Carl“ und „Grace“ wäre der Traum dann doch nicht so perfekt in die Realität im Hinterhof der Bastionstraße 9 verwirklicht worden. „Ich habe den großen Tanzsaal Carl und den kleinen Grace getauft“, erzählt die 35-Jährige augenzwinkernd.

Viel Arbeit, Planung und Leidenschaft ist in den Umbau geflossen. Und es war gar nicht so leicht, eine geeignete Immobilie zu finden. „Ich habe aktiv nach Räumlichkeiten gesucht und auch bei der Wirtschaftsförderung Düsseldorf nachgefragt. Sie hat mir verschiedene Objekte vorgestellt. Als ich das an der Bastionstraße gesehen habe, konnte ich mir sofort vorstellen, wie es einmal aussehen soll“, sagt die Ballettlehrerin, die ein Bühnentanzstudium an der Iwanson Schule für zeitgenössischen Tanz in München gemacht hat.

Dort, wo einst die Likörfabrik Peter Busch ihren „Killepitsch“ destillierte, wo auch schon Mode und Bilder verkauft wurden, wurden Wände eingerissen, neue gezogen, Bäder versetzt, Umkleiden eingerichtet, viele Quadratmeter Spiegel an die Wände angebracht und das alte Destilleriegemäuer allmählich in eine zeitgemäße Ballettschule umgewandelt. Jetzt können Kinder ab zwei Jahren und auch Erwachsene tänzerisch gebildet und bei entsprechendem Berufswunsch sogar auf die Aufnahmeprüfung an einer staatlich anerkannten Ballettakademie vorbereitet werden.

Dass Rosenthal das kann, hat sie bereits bewiesen und auch ihre Qualifikationen (u.a. Tanztherapie-Studium, Tanzpädagogik) qualifiziert sie für zielorientierte Tanzausbildung. „Ballett verbindet Körpergefühl und Körperbeherrschung mit Bewegung zu ästhetischer Struktur mit schöner Musik und Kultur“, schwärmt Rosenthal. Die Passion für ihren Job bringt sie offensichtlich mit. „Ich war am Anfang skeptisch, ob Ballettschulen immer noch gefragt sind. Aber Lia Rosenthal lebt es und ich habe mich bei unserem ersten Gespräch spontan entschieden, sie zu unterstützen“, erklärt die Unternehmensberaterin für Existenzgründungen, Dagmar Schulz. „Es war eine sehr emotionale Gründungsberatung. Ich freue mich total, dass das Baby jetzt langsam laufen lernt.“ So steht „rosenthal ballett“ auf wirtschaftlich gesunden Füßen.

Infos zu Rosenthal Ballett im Internet unter www.rosenthal-ballett.de, Kontakt: Tel.: 0211 542 682 62, Mail: lia@rosenthal-ballett.de