Düsseldorf: Thomas Beckman ist nicht begeistert vom Umzug ins Ratinger Tor

Umzug in Düsseldorf : Thomas Beckmann ist nicht begeistert vom Umzug ins Ratinger Tor

Der Düsseldorfer Cellist muss für die Sanierung aus dem Schumann-Haus in Carlstadt ausziehen. Zwar bekommt er eine Ersatzbleibe im Ratinger Tor gestellt. Glücklich ist er damit aber nicht.

Eine ungewöhnliche Wohnung hat er, in eine ungewöhnliche Wohnung soll er nun umziehen. Doch der Cellist Thomas Beckmann (62), der mit seiner Ehefrau und Pianistin Kayoko Matsushita aktuell noch in einer Wohnung im Schumann-Haus in der Carlstadt residiert, ist nicht uneingeschränkt glücklich darüber, dass er sehr bald in eine Wohnung im Ratinger Tor übersiedeln soll. Das sagte er unserer Redaktion. „Dass die Balkenköpfe in unserer Wohnung saniert werden müssen, ist unbestritten – das sage ich auch schon seit mehreren Jahren.“ Seine Frau und ihn aber aus der Wohnung zu schmeißen, sei falsch. „Nun versuchen wir, uns mit dem Ratinger Tor anzufreunden.“

Beckmann ist der Auffassung, dass die Sanierungsarbeiten an dem Haus auch durchgeführt werden könnten, während seine Frau und er dort wohnen bleiben. Die Stadt, der das Haus gehört, sieht das anders und hat Beckmann nach langen Gesprächen nun offenbar dazu bewegt, vorübergehend umzuziehen. Angedacht ist, dass die Wohnung im Schumann-Haus im Oktober wieder bezogen werden kann. Das hängt aber laut Stadt auch von dem Fortschritt der Bauarbeiten ab.

Der Streit zwischen der Stadt und Thomas Beckmann ist schon mehrere Jahre alt. So lange gibt es Pläne, das Schumann-Haus zu sanieren und dort ein Museum zu errichten.

Mitte des 19. Jahrhunderts lebten der Komponist Robert Schumann und seine Frau, die Pianistin Clara, für kurze Zeit in dem Haus. Das neue Schumann-Museum soll die Exponate des Heinrich-Heine-Instituts aus dem Leben der Schumanns in einem Interieur präsentieren, das auf den Zustand zurückgeführt wird, als das Musikerpaar dort lebte. Doch weil das Haus in seiner Substanz angefressen ist, ist die Sanierung aufwendig. Die Stadt hatte Thomas Beckmann für seinen zeitweiligen Auszug mehrere Ersatzwohnungen angeboten, unter anderem eine im Ratinger Tor. Dass er das Haus in der Zeit der Sanierung verlassen werde, hatte er laut Kulturdezernent Hans-Georg Lohe schriftlich zugesagt.

(hpaw)