Die Künstler Konrad und Morsch zeigen ihre Ausstellung "Körper und Seele" im Keramikatelier

Ausstellung : Ein künstlerischer Blick auf „Körper und Seele“

Die beiden Maler Konrad aus Essen und Morsch aus Bochum zeigen ihre Arbeiten im Keramikatelier von Alena Lorencova.

Als Ausstellungstitel erscheint „Körper und Seele“ nicht sehr originell, aber im Fall der beiden jungen Künstler Konrad und Morsch, die ihre Arbeiten im Keramikatelier von Alena Lorencova im Schumann-Haus an der Bilker Straße 15 zeigen, trifft er tatsächlich genau zu. Konrad, der bürgerlich Simon Konrad Martin Schmalz heißt, bevorzugt bei seinen dargestellten Körpern geometrische Formen, sodass den Wesen etwas mechanisch Roboterhaftes innewohnt.

So wirkt seine Arbeit „Der goldene Denker“ ansatzweise wie eine Science-Fiction-Adaption von Auguste Rodins „Der Denker“. Allerdings geht es auch um das Wesen eines Denkprozesses. Ein Spiegel versinnbildlicht das Gefangensein in alten Denkstrukturen, demgegenüber deutet ein Tunnel aber auch einen Ausweg an. „Da habe ich mit Zahnarzt-Instrumenten Tausende von Linien in die Ölkreide geritzt, denn ich lege großen Wert auf Handwerk“, so Konrad. „Ich verstehe mich als Vertreter der Klassik, ich mag das Menschliche sowie das Perfekte, wie es in Zeichnungen und Malerei vielfältig dargestellt werden kann“, sagt der 20-jährige Künstler aus Essen, der mit seinen abstrakten Farbkompositionen auf Plexiglas auch gern mit Licht experimentiert.

Per Zufall stieß er auf Morsch, so der Künstlername des in Bochum lebenden Künstlers Luca Moron Schoofs. Sie beide erkannten schnell, dass sich ihre künstlerischen Positionen ideal ergänzen. Wie aus dem Anatomie-Atlas erscheint auf den ersten Blick das surreale Bild eines Kopfes, das von Dante über Freud bis Salvador Dalí inspiriert erscheint. „Ich mag es, wenn Bilder den Blick des Betrachters lange fesseln, und er meint, immer neue Aspekte in dem Bild zu erkennen“, sagt Morsch, dessen Hang zum Morbiden sich in seinen Zeichnungen, die teils an Francis Bacon erinnern, niederschlägt. Zu den Gästen der Ausstellung  zählt auch die Malerin, Fotografin und Dichterin Ute Böhl, deren Atelier an die Keramikwerkstatt grenzt.

Sie ist in großer Sorge, dass ihre grüne Oase im Hof, ein nicht nur von den Anwohnern viel bewunderter Mikro-Dschungel in Ton, die Umbau- und Sanierungsarbeiten am Schumann-Haus nicht überlebt. Im Zuge der umfassenden Sanierung und Umwandlung in ein Museum sind sowohl ein Aufzug an der Rückseite des Hauses als auch ein Vordach geplant. Letzteres würde nicht nur Licht für ihre Wohnung und Pflanzen nehmen, es würde sich auch optisch nicht in die Rundbogen-Architektur des Torwegs einfügen, kritisiert Böhl.

„Wir würden uns wünschen, dass bei der Sanierung einfach etwas genauer hingesehen wird, dass das Schöne dieses künstlerischen Refugiums erhalten bleibt“, ergänzt Helmut Bärsch, Carlsstädter aus Leidenschaft und einst stellvertretender Vorsitzender der BV2.

Die Finissage der Ausstellung „Körper und Seele“, die dienstags bis freitags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr zu besichtigen ist, findet am Samstag, 6. April, statt.

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