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Carlstadt: Alles begann mit einem Paris-Besuch

Carlstadt : Alles begann mit einem Paris-Besuch

Seit 20 Jahren gibt es das Café Philosophique. Gründer Ulrich Teich fand das Vorbild in der französischen Hauptstadt.

Ulrich Teich vergleicht das Café Philosophique mit dem Bild "Die brennende Giraffe" von Dalí. Auf dem Gemälde ist eine Figur zu sehen, in der viele kleine Schubladen stecken. "Da drinnen sind ganz viele Vorurteile, Fehlinformationen und Meinungen. Die Schubladen werden hier alle geöffnet, um zu sehen, was darin steckt. Wenn alle offen sind, ist das Café Philosophique beendet."

Vor zwanzig Jahren hatte Teich, der Gründer des Vereins Café Philosophique, von einem philosophischen Café in Paris erfahren. Neugierig fuhr er nach Frankreich und traf den dortigen Initiator Marc Sautet. Dieser war sofort bereit, als Gast eine solche Veranstaltung auch in Düsseldorf zu moderieren. Das tat er dann erstmals im Malkasten und setzte somit den Grundstein für das erste Café Philosophique in Deutschland. "Zu der Veranstaltung kamen über 250 Leute. Es war so voll, dass die Menschen auf dem Boden und den Treppen saßen. Einige mussten wieder weggeschickt werden", erinnert sich Teich.

So voll wie damals ist es mittlerweile nicht mehr. Durchschnittlich besuchen aber immer noch rund 60 Gäste die Veranstaltungen. Der Altersdurchschnitt ist relativ hoch. "Wir leiden tendenziell darunter, dass unsere Leute so alt sind, aber es war schon schlimmer, und wir bemühen uns jüngere Teilnehmer zu finden", sagt Wolfgang Buschlinger, erster Vorsitzender. Schon seit mehr als zehn Jahren finden die Treffen nicht mehr im Malkasten statt. "Die Pächter dort haben oft gewechselt, und wir passten dort nicht mehr rein", erzählt Silke Beisel. Seitdem sind sie in der Destille zuhause.

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Der Sinn des philosophischen Cafés sei es, abstrakte Überlegungen einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen und zum Denken anzuregen, findet Stefan Lorenz Sorgner, Experte für Trans- und Posthumanismus. Für Svenja Wiertz geht es darum, Dinge, die im Leben wichtig sind, kritisch zu hinterfragen. "Dabei kann es auch schon mal um Politisches oder Aktuelles gehen", meint sie. Die grundsätzlichen Themen der öffentlichen Diskussionen hätten sich in den zwanzig Jahren nicht verändert, findet Buschlinger. Bei Debatten über Weltanschauung oder Religion gehe es auch schon mal hoch her.

(RP)