Düsseldorf: Bunte Glasfenster stehen auf dem Stundenplan

Düsseldorf: Bunte Glasfenster stehen auf dem Stundenplan

ist eine Kunststadt. Auch an zahlreichen Schulen gibt es Kunstwerke, damit junge Menschen sich frühzeitig mit Kunst auseinandersetzen können. Die Rheinische Post stellt die Kunstwerke an Schulen im Stadtteil in einer Serie vor.

Flingern An jedem Schultag laufen Jacqueline, Fabian und Luka an dem bunten Fenster in ihrer Schule vorbei. Darüber, was genau das Buntglasfenster in der Anne-Frank-Realschule darstellen soll, sind sich die Schüler nicht einig. "Ich habe zuerst gedacht, ganz links sieht man eine Frau mit zwei Zöpfen", sagt Fabian (14). "Für mich stellt das Fenster gar nichts dar", sagt Luka (14). Das Glasfenster mit drei Motiven zeigt unterschiedliche abstrakte Darstellungen. Nur im mittleren Teil, scheint eine Palme konkret zu erkennen sein. Jeden Tag laufen die Schüler an dem 10,5 mal 2,7 Meter großen Buntglasfenster vorbei. Es stammt von der Künstlerin Anneliese Nelk, die zeitweise in der Golzheimer Künstlersiedlung lebte. 1954 hat Nelk das Fenster entworfen. Bei der Glasmalerei Derix in Kaiserswerth ist es angefertigt worden und vor sechs Jahren auch restauriert worden. "Bei der Restauration sind die Fensterteile in hochwertigen Kunststoff eingebracht worden", sagt Bernd Hinke, Rektor. Vor der Restaurierung waren viele der bunten Glasflächen beschädigt. Die Schüler haben sich intensiv mit dem Fenster beschäftigt. "Im Kunstunterricht haben wir darüber sogar eine Arbeit darüber geschrieben", sagt Luka. Dabei haben sie gelernt, in welcher Epoche Glasmalerei entstanden ist. "Buntglasfenster kommen das erste Mal in der Gotik vor", sagt Jacqueline (14). Auch, welche Materialien verarbeitet werden, stand im Kunstunterricht auf dem Stundenplan. Jede Klasse im achten Jahrgang der Realschule beschäftigt sich im Kunstunterricht mit dem Buntglasfenster. Doch schon bevor die Schüler das Kunstwerk mit ihrer Lehrerin besprochen haben, ist es ihnen aufgefallen. "Ich finde das Fenster ist schon etwas Besonderes. Auch, wenn man ein bisschen Fantasie braucht, um zu erkennen, was es zeigt", sagt Fabian. Jacqueline hat ihre eigene Theorie entwickelt: "Ich denke, der Künstler überlässt es jedem selbst, was man erkennt."

(RP)
Mehr von RP ONLINE