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Itter: Bürgerinitiative sagt Nein zum Hafenausbau

Itter : Bürgerinitiative sagt Nein zum Hafenausbau

Itteraner fürchten um die Wohnqualität ihres Stadtteils und wehren sich gegen den Container-Terminal. Entsprechend voll war die Informationsveranstaltung zum Thema Ausbau Reisholzer Hafen,

Das Thema "Ausbau des Reisholzer Hafens zum Container-Terminal" mobilisiert offenbar nicht nur Itteraner, die um die Wohnqualität ihres Stadtteil fürchten. Einige interessierte Bürger kamen extra aus Benrath oder Flehe ins überfüllte Pfarrheim von St. Hubertus, um sich über die Hafen-Planungen, deren konkrete Auswirkungen weit über Itter hinausgehen würden, zu informieren. Um einem Missverständnis vorzubeugen, betonte Ellen Förster, Mitinitiatorin der Bürgerinitiative, in ihrem Vortrag, dass es keinesfalls um den Bestand des Hafens ginge. "Wir sagen aber Nein zum Containerhafen", sagte Förster entschieden und lieferte sodann auch reichlich Argumente dazu.

Die Planungen, die einen Container-Terminal mit der Fläche von 22 Hektar sowie einen Bahn-Terminal von fünf Hektar vorsehen, seien für Menschen und Natur vor Ort und darüber hinaus – Emissionen wie Abgase und Lärm wären bis nach Holthausen und Benrath spürbar – nicht hinnehmbar. Es sei insgesamt eine Fehlplanung, mit der verschiedene Verstöße gegen Vorschriften aus dem Umweltrecht, dem Emissionsschutzrecht sowie dem Denkmalschutz einhergingen. Imposante Bilder von regelrechten Gebirgen übereinandergestapelter Container machten optisch deutlich, welche massiven Veränderungen es in dem vergleichsweise kleinen Hafen geben würde, sofern sich noch nicht benannte Investoren mit ihren Vorstellungen durchsetzen würden. Im Rahmen der erhaltenswerten Naturlandschaft zwischen Urdenbacher Kämpe und Volmerswerth wies Förster insbesondere auf den Zonser Grind hin, der als Naturschutzgebiet durch die Flora-Fauna-Habitat-Verordnungen sogar unter dem Schutz von EU-Recht stehe und von dem Hafenausbau in vielfältiger Weise betroffen sein würde.

In einer bisweilen erregten, dennoch grundsätzlich sachlichen Diskussion wurden immer wieder Zweifel geäußert, wie das erwartete immense Container-Aufkommen über die vorhandenen Straßen sowie den eingleisigen IDR-Schienenstrang, der zudem die Bonner Straße kreuzt, überhaupt verteilt werden könnte. Eine Machbarkeitsstudie, die angeblich für 500 000 bis eine Million Euro bereits in Auftrag gegeben sei, soll diese Fragen klären. Doch in Itter befürchtet man, dass eine derart teure Studie bereits als Bauvorlage dienen könnte, die dann seitens der Stadt nur noch "durchgewinkt" würde. "Doch wenn Ihre Argumente stimmen, dann bin ich der Letzte, der sich nicht im Rathaus für Sie einsetzt", erklärt CDU-Ratsherr Wolfgang Janetzki seine Solidarität mit der Initiative.

Soweit will es die Initiative um Ellen Förster, Georg Huff und Philippe Hitpaß jedoch gar nicht erst kommen lassen und sucht jetzt weitere Mitstreiter, um im Vorfeld den Hafen-Ausbau wirkungsvoll zu verhindern.

(sb-)