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Düsseldorf-Garath: Brand: Falschparker behindern Feuerwehr

Düsseldorf-Garath : Brand: Falschparker behindern Feuerwehr

Am Mittwoch kurz nach Mitternacht verursachte ein Kurzschluss im Fernseher einen Zimmerbrand. Die Mutter (25) und ihr Lebensgefährte (33) konnten mit Hilfe von Nachbarn die vier Kinder ins Freie bringen. Ein Säugling wurde leicht verletzt.

Erst ab kommenden April sind sie Pflicht: Rauchmelder in Wohnungen. Doch der Umstand, dass die Düsseldorfer Rheinwohnungsbau ihre Wohnungen bereits ohne Gesetzesvorgabe mit den kleinen Geräten ausgestattet hat, hat mehreren Menschen — darunter vier Kindern — am Mittwoch kurz nach Mitternacht wahrscheinlich das Leben gerettet.

Die Uhr zeigt 0.07 Uhr, als die Alarmierung bei der Feuerwehr eingeht. In einem Mehrfamilienhaus an der Josef-Maria-Olbrich-Straße ist kurz zuvor nach einem Kurzschluss des im Kinderzimmer stehenden Fernsehers Feuer ausgebrochen. Die Flammen hatten laut Feuerwehr sogar schon auf die Kinderbetten übergegriffen. Doch der Rauchmelder reagiert sofort und alarmiert die Mutter und ihren Lebensgefährten.

Mit Hilfe von zwei Nachbarn bringen sie die drei Kinder (2, 4 und 7 Jahre alt) und den zwei Monate alten Säugling ins Freie und rufen dann die Feuerwehr unter 112. Derweil hatten auch die anderen zwölf Bewohner das Haus sicher und aus eigener Kraft verlassen können. Obgleich in Sicherheit, kehrt der 33-Jährige zurück in die brennende Wohnung und beginnt, mit Wassereimern den Brand zu löschen. Das gelingt ihm zwar, allerdings zieht er sich dabei nach Feuerwehrangaben eine schwere Rauchgasvergiftung zu.

Nur mit Mühe erreicht unterdessen die Feuerwehr überhaupt die Einsatzstelle — die Zufahrt wird durch Falschparker versperrt. In der Siedlung baut die Rheinwohnungsbau derzeit an, die Stichstraßen mit den viergeschossigen Mehrfamilienhäusern sind nur durch kleine Baustellenstraßen zu erreichen, die rechts und links von riesigen Baustellen mit Zäunen begrenzt werden.

"Das Aufstellen einer Drehleiter wäre bei dem Einsatz nicht möglich gewesen, ohne einen erheblichen Schaden auch am eigenen Fahrzeug in Kauf zu nehmen", meldete die Feuerwehr gestern per Pressemitteilung. "Dort stehen öfter vor allem nachts Fahrzeuge", erzählte eine Anwohnerin unserer Zeitung. Die hat von dem Drama, das sich Mittwochnacht wenige Meter von ihrer Wohnung entfernt abspielte, nichts mitbekommen.

Auch nicht davon, dass der Notarzt alle Beteiligten noch an Ort und Stelle untersucht. Die Mutter und ihre zwei Monate alte Tochter sowie die beiden Nachbarn (49) hatten bei ihrer Rettungsaktion Rauchgas eingeatmet und wurden dadurch leicht verletzt. Die 25-Jährige wurde mit ihren Kindern in das Schlossmannhaus der Uniklinik und die Nachbarn ins Benrather Krankenhaus gebracht.

Den schwer verletzten Lebensgefährten brachte der Rettungsdienst ins Gerresheimer Krankenhaus auf die Intensivstation. Noch im Verlauf des gestrigen Tages sollten die Ärzte entscheiden, ob der 33-Jährige noch in die Sauerstoffüberdruckkammer muss.

Die Wohnung der Familie ist laut Feuerwehr vorläufig unbewohnbar. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 40 000 Euro.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brand in Garath: Falschparker blockieren Einsatz

(ila/top/ila)