Garath: Blaues Band mit Macken

Garath: Blaues Band mit Macken

Im Zuge der Wohnumfeldverbesserung bekam Garath ein LED-Lichtband, das den Osten und den Westen verbinden soll. Immer noch fehlen 200 Meter. Zudem sind viele Lämpchen defekt. Eine neue Technik soll's richten.

Einst warb die Dresdner Bank mit dem "Grünen Band" für Sympathie. Seit der Übernahme durch die Commerzbank ist dieser Werbeslogan Geschichte. Das Garather "Blaue Band", eingelassen in den Betonboden, leuchtet seit einigen Jahren — mehr oder weniger. Peter Ries, Vertreter der Freien Wähler in der zuständigen BV 10, hat sich die Mühe gemacht nachzuzählen: Auf 56 defekte Lichtkörper entlang der Strecke ist er gekommen, zudem habe sich das Band an vielen Stellen aus dem Boden gelöst.

Zahl der Leuchten wird reduziert

Weil auch die Verwaltung inzwischen weiß, wie anfällig die ab 2006 installierten Leuchten sind, läuft derzeit eine Probephase mit neuer Technik. Auf 40 Metern hat die Fachfirma für die Stadt im Februar kostenfrei neue Leuchtkörper installiert. Ob sich die bewähren, soll bis Sommer feststehen. Falls ja, sollen defekte alte Leuchten ersetzt sowie anschließend irgendwann die fehlenden rund 200 Meter verlegt werden, um aus den derzeitigen blauen Stücken tatsächlich ein fortlaufendes Band zu machen.

Dabei hat sich die Verwaltung aus Kostengründen schon dazu entschlossen, "maßvoll" die Zahl der weiteren Leuchten zu reduzieren, informierte Ulrich Rudoff, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, die Bezirkspolitiker. So wird es noch mehr Zwischenstücke geben, die mit Steinen statt mit Lichtquellen gefüllt werden. Denn diese Form der "Lichtkunst Light" kommt dem Stadtteil und auch der Stadt nicht eben billig zu stehen: 90 Zentimeter Lichtband auszulegen kostet 1500 Euro. Um aus dem heutigen Stückwerk ein Band zu machen, wie es im Zuge der Wohnfeldverbesserung ab 2006 der Plan der Stadt war, müssten jetzt noch rund 300 000 Euro investiert werden.

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Gut ein Sechstel der Summe hat die Bezirksvertretung beim zuständigen Fachamt 66 bereits gebunkert. Die 50 000 Euro stammen aus den baulichen Verfügungsmitteln der BV aus dem Jahr 2011. Aber eines steht jetzt schon fest: In diesem Jahr wird das Leuchtband weiter Stückwerk bleiben.

"Es sieht schön aus"

Doch braucht ein Stadtteil wie Garath nicht andere Investitionen viel dringender als blaues Licht für so viel Geld? Angela Cambio, engagierte Garather Geschäftsinhaberin ("Romeo und Julia"), findet nicht: "Es sieht schön aus. Vor allem in einer Stadtmitte, die so eckig und grau ist." Aber außer einem optischen Effekt sieht sie auch einen direkten Nutzen für die Bürger: "Unsere Stadtmitte ist ja geviertelt. Man muss immer über eine Brücke gehen, um von einem Teil in den anderen zu kommen. Dadurch, dass das blaue Band Licht gibt, nimmt es Menschen die Angst, sich bei Dunkelheit in der Innenstadt zu bewegen."

Ulrich Rudoff findet das Gestaltungselement "sehr reizvoll". Ein Gegenpol zu dem vielen verbauten grauen Beton, sagt er: Damit habe Garath etwas, was andere Stadtteile nicht hätten. Und so ist er sich sicher, dass die Stadt bei der Finanzierung des Projektes mithilft, wenn auch die BV Farbe bekennt und selber Geld aus den eigenen Verfügungsmitteln beisteuert.

(RP)
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