Unterführungen in Düsseldorf-Bilk: Deutsche Bahn will gegen Taubendreck vorgehen

Unterführung an der Bachstraße in Düsseldorf-Bilk : Bahn will gegen Tauben vorgehen

Die Bahnunterführung an der Bachstraße in Bilk ist mit Taubenkot verdreckt. Zuerst will die Stadtverwaltung eine Stahlkonstruktion an den Wänden ausprobieren, bevor die Träger unter der Decke eingenetzt werden. Am Bilker Bahnhof wurde das Problem schneller gelöst.

An manchen Tagen trauen sich die Bilker kaum noch unter der Unterführung durch, so viele Tauben sitzen auf den Vorsprüngen. Wände und Gehwege sind verschmutzt mit Vogelkot. Im Sommer kommt der Gestank hinzu. Seit Jahren bitten die Anwohner der Bachstraße um Hilfe, um eine Lösung, etwas, das länger hält als die turnusmäßige Reinigung.

Offenbar hat die Stadtverwaltung jetzt ein Einsehen, die zuletzt noch skeptisch war, eine bauliche Veränderung an der Unterführung vorzunehmen, weil man schlechte Erfahrungen in Eller gemacht habe. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 3, die am Dienstag, 12. März, ab 17.30 Uhr im Stadtteilzentrum Bilk an der Bachstraße 145 tagt, soll der Politik ein Angebot für die Taubenabwehr vorgelegt werden.

Genau 4399,76 Euro sind darin von DB Services veranschlagt. Damit sollen die Sitzmöglichkeiten für die Vögel mit einer Stahlwand an den Seiten der Unterführung verkleidet werden, sodass die Tauben nur noch über einen kleinen Spalt hinter die Konstruktion können.

„Das ist aber nur das erste Angebot“, sagt Thorsten Graeßner von den Grünen aus der Bezirksvertretung 3, der mit dem Schädlingsbekämpfer der Deutschen Bahn Kontakt aufgenommen hat. „Er sagte, dass auch die Deckenträger eingenetzt werden müssen“, so Graeßner, damit auch die Gehwege sauber blieben. Kontrollierte Populationssteuerung nennt der Experte das, von einer Vertreibung rät der Fachmann der Bahn allerdings ab. Der Grund: Die Tauben würden dann in die Nachbarschaft ausweichen, auf das Bachplätzchen in der Nähe zum Beispiel.

Weil bisher nur das erste Angebot der Politik vorliegt, hat Graeßner nachgefragt: „Es gibt tatsächlich noch einen Antrag für die Einnetzung der Träger“, sagt der Grünen-Politiker. „Die Stadt möchte aber zunächst den Schutz an den Absitzkanten anbringen, um zu verhindern, dass Tauben die Wände und die darunterliegenden Gehwege verschmutzen. Erst wenn dadurch keine allgemeine Verbesserung der Taubenabwehr zu erkennen ist, soll auch die zweite Maßnahme zur Abstimmung kommen“, sagt Graeßner, der sich zwar für eine Verbesserung an der Bachstraße immer noch starkmacht, sich nun aber fragt, warum die Bezirksvertretung die Kosten übernehmen muss.

Denn ganz aktuell hat er gesehen, dass am Bilker Bahnhof eine komplette Taubenabwehr installiert wurde. „Die Widerlager unter der Brücke wurden verschlossen, die Sockel oberhalb der Stützsäulen ebenfalls, die Halle im Bahnhof wurde mit einem Netz abgehängt, Luftschlitze zur Halle wurden mit einem Netz verschlossen“, erzählt Graeßner. Stadt und Bahn hätten sich die Kosten geteilt, ohne die Bezirksvertretung einzubinden.

An den Säulen unter dem Bilker S-Bahnhof sind oben Metallmanschetten angebracht worden. Foto: Christoph Joken

„Warum wird bei der Bachstraße erst kompliziert abgestimmt und auf die Kosten geachtet, wenn die Arbeiten am Bilker Bahnhof einfach so ausgeführt werden, ohne auf das Thema  Tauben-Populationsmanagement einzugehen?“, fragt sich Graeßner, der diese Fragen auch am Dienstag in der Sitzung stellen will. „Die Bürger haben ein Recht darauf, dass auch endlich die Unterführung Bachstraße mit einer sinnvollen und funktionierenden Taubenabwehr ausgestattet wird.“

Relativ kurzfristig müssen die Arbeiten am Bahnhof in Bilk umgesetzt worden sein. Vor ein paar Tagen erst meldete sich Christoph Joeken, der regelmäßig mit dem Fahrrad von Volmerswerth in die Innenstadt fährt. Dabei kommt er auch am Bilker S-Bahnhof vorbei. Der Zustand der Bahnunterführung an der Friedrichstraße ekelt ihn regelrecht an. Alles ist mit Taubenkot verdreckt. Die Ampeln, die Pfeiler für die Eisenbahntrasse, der Boden. Nur einige Säulen haben am oberen Abschluss Metallmanschetten, die die Tauben vom Hinsetzen oder Brüten abhalten.

„Es scheint sich niemand darum zu kümmern, wie das dort aussieht. Das ist wirklich widerlich“, sagt der 54-Jährige. Oft genug habe er zudem gesehen, dass auf dem Stück zwischen den Fahrbahnen jemand Mengen an Taubenfutter verstreut.

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