Übergriffe auf zwei Mädchen in Düsseldorf-Bilk beunruhigen Eltern und Bürger

Verstärkte Polizei-Präsenz : Übergriffe auf Mädchen in Düsseldorf-Bilk beunruhigen Eltern

Nachdem am Freitag zwei Mädchen in Bilk von einem oder zwei Unbekannten sexuell belästigt wurden, fragen sich die Eltern im Stadtteil, wie sie auf die Tat reagieren sollen. Expertinnen warnen vor Überreaktionen. Entscheidend sei, Kinder früh stark zu machen.

Am Wochenende waren rund um die Kronprinzenstraße Zettel aufgetaucht, die mit „Eine Familie aus der Nachbarschaft“ unterschrieben sind. Darauf beschreiben mutmaßlich die Eltern eines der Mädchen den Vorfall. „Wir berichten (...), damit Sie Ihre Kinder und sich schützen können“, heißt es dort.

Viele Eltern im Stadtteil haben von der Fahndung erfahren. Sie habe bei Whatsapp davon gehört, sagt eine Mutter, die ihre Kinder von der Grundschule in der Kronprinzenstraße abholt. „Ich finde das beunruhigend.“ Sie sei enttäuscht, dass die Schule sich nicht gleich per Mail gemeldet habe. „Die Eltern werden allein gelassen. Die Schule könnte anregen, sich zu Laufgruppen zu vernetzen, damit die Kinder nicht allein unterwegs sind.“ Andere sagen, sie wollten ihre Kinder weiterhin zur Selbstständigkeit erziehen.

 „Entscheidend ist, Heranwachsende früh zu starken Persönlichkeiten zu machen“, sagt Bettina Landtau. Die Sportlehrerin hat inzwischen für den Verein „Wir stärken Dich“ Präventionstrainings in mehr als 200 Schulen und Kitas angeboten.

Kinder und Teenager sollten nicht anfangen zu weinen oder mit Sätzen wie „Mein Vater kommt gleich“ versuchen, den Angreifer zu beeindrucken. „Laut werden, Signalsätze wie ,Lass das’ oder ein Taschenwarner, der im Notfall ohrenbetäubenden Lärm macht, sind die richtige Strategie“, sagt die Trainerin. Hilft das alles nicht, sollen sich Mädchen und Jungen auch körperlich wehren, ergänzt Marion Heyers, die bei der Polizei Präventionsarbeit leistet. „Gefährlicher wäre es, nichts zu tun.“

Unterdessen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Fraglich ist weiterhin, ob beide Fälle etwas miteinander zu tun haben. Gegen 13.30 Uhr war am Freitag eine 13-Jährige in der Binterimstraße belästigt worden, kurz vor 14 Uhr eine Zehnjährige in der Kronprinzenstraße. Beide gaben sehr unterschiedliche Täterbeschreibungen an. „Wir haben die Theorie, dass es sich um denselben Täter handeln könnte, aber noch nicht aufgegeben“, sagte Polizeisprecher Markus Niesczery. Bei verdächtigen Beobachtungen sollten Bürger die 110 wählten. Die Polizei habe ihre Präsenz verstärkt.

Zu den Vorfällen gab es folgende Täterbeschreibungen:

Binterimstraße: Der Mann ist circa 25 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und hat dunkle kurze Haare. Er trug zur Tatzeit eine dunkle Hose, dunkle Schuhe und eine oliv-grüne Jacke. Er sprach akzentfreies Deutsch. Laut Angaben des Mädchens hat der Mann ein asiatisches Erscheinungsbild.

Kronprinzenstraße: Der Mann ist 35 bis 40 Jahr alt, hat schwarze Haare und einen schwarzen Bart. Er trug zur Tatzeit eine dunkle Jacke, vermutlich eine Jogginghose, einen Pullover oder T-Shirt sowie eine graue Wintermütze und helle Schuhe.

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