Stadtbezirk 3: Mrko Siegesmund will Radverkehr stärken

Verkehr : Mehr ÖPNV und besserer Radverkehr

Südring, Corneliusstraße und Ortsumgehung Oberbilk: Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund hat eine lange Problemliste.

Der Stadtbezirk 3 wächst. Wohnquartiere sprießen wie Pilze aus dem Boden, Menschen ziehen ins Zentrum – nach Unterbilk und Friedrichstadt, Bilk und Oberbilk. Auch die ländlicheren Stadtteile werden beliebter, nicht nur bei Investoren. Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund (SPD) rechnet entsprechend mit einer Zunahme des Verkehrs, setzt deshalb auf die Stärkung des ÖPNV sowie die Verbesserung des Radverkehrs und baut auf das Integrierte Mobilitätskonzept Düsseldorf 2030+. Aber es gibt auch einzelne Knotenpunkte in Sachen Verkehr, die Siegesmund schon vorher in Angriff nehmen will.

Friedrichstraße „An der Kreuzung Bachstraße steht ein Baum, der die Stelle zum Nadelöhr für den Geradeaus-Verkehr macht“, sagt Marko Siegesmund. Immer wieder weichen Autos auf den Radweg aus, um das Hindernis zu umfahren. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 3 hatte es einen Prüfantrag von CDU und SPD dazu gegeben. Nun soll die Fachverwaltung Vorschläge erarbeiten, diese Gefahrenstelle zu beheben, die manchmal auch noch für Rückstau bis zur Merowingerstraße sorgt.

Herzogstraße Immerhin sind einige hundert Meter weiter die Bodenmarkierungen an der Kreuzung zur Herzogstraße neu gemacht worden „und entschärfen die schwierige Verkehrsführung, aber natürlich muss nun beobachtet werden, ob es wie geplant auch funktioniert“, sagt Siegesmund.

Bilker Allee Die Verkehrsführung rund um die Bilker Kirche gehört grundlegend neu geplant, findet nicht nur der Bezirksbürgermeister. Schon seit Jahren kommen sich dort Radfahrer, Fußgänger, Autos und die Straßenbahnen ins Gehege. Durch den barrierefreien Ausbau der Straßenbahnhaltestellen gebe es nun eine gute Gelegenheit, das Problem in Angriff zu nehmen. Viele Anwohner fordern für die Bilker Allee zudem eine Geschwindigkeitsreduzierung. „Wir müssen uns dann überlegen, ob das an dieser Stelle umsetzbar ist, ohne den ÖPNV zu sehr zu verlangsamen“, so Siegesmund. Das Testprojekt, bei dem Tempo 30 auf Hauptstraßen geprüft wird, hat ergeben, dass nur wenig Autofahrer die Geschwindigkeitsreduzierung beachtet haben.

Holzstraße Bei der anstehenden Entwicklung im Hafen muss dringend parallel am Verkehrskonzept für den Stadtteil gearbeitet werden. „Der Verkehr in den und aus dem Hafen ist aktuell bereits an der Schmerzgrenze“, sagt der Bezirksbürgermeister. Dazu kommen die vielen Baustellen im Hafen, die ihr Übriges tun. „Sobald die Holzstraße wieder vierspurig freigegeben ist, soll es Verkehrszählungen geben“, sagt Siegesmund, der mittelfristig kaum eine Alternative zu einer zusätzlichen Rheinquerung sieht.

Eng mit dem Verkehr im Hafen ist der Südring verbunden. Aber nicht nur die Lkw, die in den Hafen wollen, fahren über die Bundesstraße. „Ich bin gespannt, ob die Einführung der Maut auf Bundesstraßen eine Änderung der Lkw-Verkehre bringen wird“, sagt er. Außerdem müsste die Ampelschaltung optimiert werden nach der Temporeduzierung von 60 auf 50. Und auf der Suche nach einer guten Lösung für den Radverkehr in diesem Bereich ist die Bezirksvertretung ebenfalls noch.

Corneliusstraße Schlechte Luft durch Abgase und Lärm sind auch auf der Corneliusstraße ein Ärgernis. Aber Siegesmund weiß, dass die Straße eine wichtige Achse von Nord nach Süd und umgekehrt ist. „Die Diskussion über die verschiedenen Emissionen sollte keinesfalls zu einem punktuellen Dieselfahrverbot führen“, warnt er und blickt nach Hamburg, wo Fahrverbote für zwei Straßen verhängt wurden. Die betroffenen Fahrzeuge fahren Umwege und erzeugen so zusätzliche Emissionen, meint Siegesmund, der den Ansatz der Rheinbahn begrüßt, auf der Corneliusstraße nur noch die emissionsärmsten Busse einzusetzen. „Wir regen eine Prüfung an, ob die Busse zur Beschleunigung nicht teilweise den abgetrennten Bereich der Straßenbahn nutzen können, wenn gegebenenfalls der Bereich geringfügig verbreitert wird.“

Brunnenstraße Ein Bereich, der komplett neu gestaltet werden muss, ist die Verbindung von Brunnenstraße bis Hennekamp, nachdem die Überlegung einer unterirdischen Verlängerung der Stadtbahn Richtung Universität verworfen wurde. Auch dort soll im Zuge des barrierefreien Umbaus der Haltestellen die Gesamtsituation in den Blick genommen werden mit dem Schwerpunkt Radverkehr. „Straßenbahnen, die in der Brunnenstraße mit 15 Kilometer pro Stunde hinter Radfahrern her fahren, machen keinen Sinn“, sagt Siegesmund. Er will eine Alternative für die Radfahrer finden, zum Beispiel durch die Brachtstraße. Außerdem sei die Regelung mit indirektem Linksabbiegen für den Radverkehr an der Kreuzung Suitbertusstraße/Himmelgeister Straße zu überprüfen, „da sie auch zwei Jahre nach Einführung immer noch nicht gut angenommen wird“.

Ortsumgehung Oberbilk Der Verkehr in Oberbilk kollabiert regelmäßig, deshalb drängt der Bezirksbürgermeister darauf, die Ortsumgehung dringend zu forcieren. Eigentlich kann es nicht schnell genug losgehen – 2000 neue Wohneinheiten entstehen im Stadtteil, neue Arbeitsplätze und das größte Hotel der Stadt. „Die Ortsumgehung würde gleichzeitig Erleichterungen für den Individualverkehr in den Stadtbezirken 2 und 8 bedeuten“, sagt Marko Siegesmund.