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Sinan Korkmaz aus Bilk verkauft Hong aus der Familienimkerei

Der junge Honighändler : Jung, geschäftstüchtig und ein großer Bienenfreund

Sinan Korkmaz verkauft Honig aus der Imkerei seines Onkels. Der Zehnjährige hat die Corona-Zeit genutzt, um aus seinem Hobby ein kleines Geschäft zu machen.

Sinan Korkmaz, zehn Jahre alt, wollte in die Zeitung. Am liebsten will der Schüler aus Bilk auch ins Radio und ins Fernsehen, denn je mehr Menschen von ihm hören, desto mehr Menschen kommen und kaufen seinen Honig, so Sinans Hoffnung. Seitdem er aufgrund der Corona-Krise und des ausgefallenen Schulunterrichts viel Zeit hatte, hat er seinen Geschäftssinn entdeckt und verkauft er vor seiner Wohnung in einer Reihenhaussiedlung an der Volmerswerther Straße 292 Honig aus der Imkerei seines Onkels.

Und von dem, was er da anbietet, hat Sinan Ahnung: „Das hier ist ein Sommerblütenhonig aus der Frühblüte, und das hier ist ein Honig aus Rapsblüten, der riecht etwas eigenwillig, schmeckt aber besonders intensiv und ist schön cremig“, erklärt der Zehnjährige seine Produkte. Bei der Herstellung hat er selbst geholfen. „Dabei wurde ich gestochen, aber das gehört auch dazu, wenn man Imker sein will“, sagt Sinan.

Seit er zwei Jahre alt ist, hat er mit Bienen zu tun. Die Faszination für die Insekten ist in seiner Familie verbreitet: Onkel Yasar Korkmaz betreibte eine Hofimkerei in Rheinland-Pfalz, auch die Großmutter hat Honig hergestellt. Sinan hat sich fest vorgenommen, einmal Bienenstöcke zu besitzen. Das passt auch zu seinem Berufswunsch, der Zehnjährige aus Bilk will Landwirt werden.

„Und ich betreibe dann den Hofladen“, sagt sein drei Jahre jüngerer Bruder Eliah. Er hilft Sinan mit dem Stand, gemeinsam haben die beiden schon über 30 Gläser verkauft. Ein Glas mit Honig aus der familieneigenen Imkerei kostet sieben Euro. „Ein Euro mehr als auf dem Hof meines Onkels, denn der Transport muss ja mitgerechnet werden“, erklärt Sinan. Wer bei ihm kauft, bekommt zudem einiges an Fachwissen rund um Bienen und Honig. „Es kann vorkommen, dass Honig kristallisiert, aber dann kann man das Glas in ein Wasserbad stellen, bei 40 Grad wird er wieder flüssig“, rät der Schüler. Er weiß außerdem, wie man ein Bienenvolk ansiedelt und was zu tun ist, wenn eine neue Königin geboren wird. Als eine Biene von einer nahen Blumenwiese an seinem Stand vorbei fliegt, schaut er dem Insekt kritisch nach. „Ja, das ist eine junge Königin auf der Suche nach einem Platz für ihr Volk“, erkennt Sinan.

Bald enden für den Schüler die Sommerferien. Wie es dann mit dem Straßenverkauf weitergeht, weiß er noch nicht. Aber bis dahin sitzt er vor dem Haus unter einem Sonnenschirm, vor sich auf dem Tisch zwischen den Honiggläsern sein Maskottchen, eine Plüschbiene. „Ich verkaufe, wenn ich Lust dazu haben“, nennt Sinan seine Geschäftszeiten. Um auf sich aufmerksam zu machen, läutet er eine Glocke. „Honig! Honig aus eigener Imkerei im Angebot“, ruft er durch die Nachbarschaft. Passanten bleiben bei ihm stehen, kommen mit dem jungen Experten ins Gespräch. „Man lernt Leute kennen, neben denen man seit Jahren wohnt“, sagt auch Vater Cengiz Korkmaz, der Sinan manchmal Gesellschaft leistet. Er ist stolz, dass Sinan eine sinnvolle Beschäftigung für die freie Zeit gefunden hat – und dass der Honig der Imkerei Korkmaz auch in Düsseldorf verkauft wird.