Schützen in Düsseldorf-Bilk engagieren sich für Senioren

Schützen in Düsseldorf : Bilker Schützen kümmern sich um Senioren

Die Gesellschaft 5. Schützen stattete dem Altenstift Kronenhaus einen Besuch mit Musik und Kuchen ab.

Ungewohnte Töne erklangen jetzt im Altenstift Kronenhaus am Südring, als das Fanfarencorps Freischütz mit Trommeln und Trompeten loslegte. Die Senioren im gut gefüllten Gemeinschaftssaal zeigten sich sehr angetan, Erinnerungen an früher wurden wach, einige hatten sogar Tränen in den Augen, andere bewegten sich im Takt, während zwei weitere Zuhörer sich lachend die Ohren zuhielten. „Wir möchten Ihnen mit diesem Besuch etwas Schützenfest und Frohsinn in Ihren Alltag bringen. Danke, dass wir hier sein dürfen“, sagte Sebastian Krombholz. Als zweiter Hauptmann der Gesellschaft 5. Schützen schilderte er, dass es heute gar nicht mehr so einfach sei, „den sozialen Pfaden des Schützenbrauchtums zu folgen“.

Vor wenigen Jahren habe sich die Gesellschaft Bedürftigen zugewandt und in der Vorweihnachtszeit Geschenke und einen Tannenbaum in die Wohnungen gebracht. „Das Projekt scheiterte, nachdem die Schützen als unerwünscht erklärt und aus der Wohnung geworfen wurden, weil sie kein Bargeld mitbrachten“, so Krombholz. Spätere Anfragen bei dem Versuch, soziale Jugendeinrichtungen zu unterstützen, seien nicht einmal beantwortet worden. „Umso schöner, dass wir hier im Kronenhaus sein dürfen“, freute sich der zweite Hauptmann, der den Anwesenden sodann Verein und Schützenwesen näherbrachte.

Josef Hinkel, stadtbekannter Bäcker, Träger der Jakob-Faasen-Plakette der Bilker Schützen und zugleich Protektor der Gesellschaft 5. Schützen, hatte ebenfalls die Aktion unterstützt und Grüße in Form von leckerem Kuchen in das Seniorenstift geschickt. Die Bewohner genossen Kaffee und Kuchen und zollten dem König der Gesellschaft Beifall, als der in seiner Rede anmerkte, dass man in den nächsten Jahren, bedingt durch die demografische Entwicklung, nicht nur mehr Pflegeheime, sondern auch mehr ehrenamtliches soziales Engagement brauchen werde. Das konnte Schwester Ruth nur bestätigen, sie machte darauf aufmerksam, dass im Alltag meist begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen würden und daher jede Hilfe oder Unterstützung willkommen sei. Das Fanfarencorps Freischütz spielte zur Freude der Senioren noch einmal auf, bevor auch die Gespräche zwischen den Besuchern und Senioren ein Ende fanden, und die Schützen unter großem Beifall das Kronenhaus verließen. Die Gesellschaft 5. Schützen hat eine weitere Zusammenarbeit mit der Einrichtung vereinbart. Bereits in wenigen Wochen wird die Friedrichstädter Reserve von 1927 zum 40. Mal das Sommerfest im Hubertusstift organisieren.

(RP)
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