Bilk Kritik an Bilker Flüchtlingsunterkunft

Bilk · Bei der Informationsveranstaltung zum Errichten von Wohnmodulen auf dem Areal "Tetelberg" im Stadtteil Bilk wurden viele Vorbehalte von Bürgern laut.

Der geplante Bau einer Unterkunft für bis zu 200 Flüchtlinge an der Adresse Auf'm Tetelberg stößt bei Anwohnern auf Vorbehalte. Das wurde bei der Informationsveranstaltung für Bürger am Dienstagabend im Bürgerhaus deutlich, an der rund 180 Menschen teilnahmen. Bürger, die sich in der Fragerunde mit der Flüchtlingsbeauftragten der Stadt, Miriam Koch, und Ulrike Lappeßen vom Bauaufsichtsamt zu Worte meldeten, äußerten die Sorge und Kritik, dass während der Bauzeit und nach Einzug der Flüchtlinge der Lärmpegel weiter steigen werde. Schon jetzt habe man unter einer hohen Lärmbelastung durch die Schüler der benachbarten Kreishandwerkerschaft zu leiden. "Jeden Tag ist bis 21.30 Uhr Tam-Tam", sagte eine Anwohnerin. "Es ist nicht verständlich, dass die Situation vor Ort jetzt sogar schlimmer werden soll", war zu hören.

Vor wenigen Tagen hatte die Bezirksvertretung 3 ihre Zustimmung zu dem Dringlichkeitsantrag der Stadt gegeben, auf dem brachliegenden Areal Auf'm Tetelberg - zwischen Völklinger und Volmerswerther Straße - eine Unterkunft für bis zu 200 Flüchtlinge zu errichten. Bis zum kommenden Frühling, so die ersten Planungen, sollen dort fünf eingeschossige und barrierefreie Wohnmodule errichtet werden. Vorgesehen sind auch Spielflächen für Kinder sowie Verwaltungsmodule (etwa für Pförtner).

Der Zugang zum Areal soll über den Tetelberg erfolgen, was bei Anwohnern und Menschen, die nahe dem Areal arbeiten, für Unverständnis sorgt. "Die Straße ist sehr eng, hat kaum Bürgersteige, und der Wendehammer muss frei gehalten werden", sagte ein Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft. Man solle über Alternativen nachdenken, denn sonst gebe es "permanente Probleme" mit dem Pkw- und Lkw-Verkehr. Ein Hinweis, den Koch prüfen will. Wie bei anderen Standorten werde man zudem in Vor-Ort-Gesprächen mit Betroffenen Detailfragen klären, sagte Koch.

Klare Worte fand die Flüchtlingsbeauftragte für die Frage, ob die Flüchtlinge auf dem Areal denn auch abends ein- und ausgehen würden: "Das ist ja keine geschlossene Anstalt." Mit den Flüchtlingen verhalte es sich wie bei allen Nachbarn: Man sollte das Gespräch suchen und die Regeln des Miteinanders besprechen. Die Kritik eines Anwohners, die Politik habe kurzfristig für den Bau in Bilk "Fakten geschaffen", wies sie zurück: Das Areal sei schon seit vielen Monaten als Standort für die Unterbringung von Flüchtlingen kommuniziert worden. Der Standort sei allerdings als "Völklinger Straße" ausgewiesen worden, befindet sich aber tatsächlich auf einer Brache zwischen Völklinger und Volmerswerther Straße.

Gegen Ende der Informationsveranstaltung wurden dann auch andere Töne von Bürgern laut. So erkundigte sich eine Teilnehmerin danach, an wen man sich für Sachspenden oder ehrenamtliches Engagement wenden könne. Miriam Koch verwies auf die Webseite der Stadt, auf der man sich registrieren könne, und an die vielen Wohlfahrtsverbände, die sich für Flüchtlinge in der Stadt sorgen.

(semi)