Bilk: Gaslaternen verschwinden aus Bilk

Bilk: Gaslaternen verschwinden aus Bilk

Im Uni-Viertel und an der Burghofstraße wird die Straßenbeleuchtung abgebaut und durch LED-Leuchten ersetzt. Die Eigentümer werden finanziell beteiligt. Einige sind bereit, mehr zu zahlen für historische Laternen mit neuer Technik.

Das Thema Gaslaternen ist ein Reizthema in der Stadt, seit der Rat beschlossen hat, im Zuge des Lichtmasterplans die Straßenbeleuchtung energieeffizienter umzurüsten. Schrittweise sollen die rund 17 000 alten Gaslaternen Typ Alt-Düsseldorf abgebaut beziehungsweise auf LED umgerüstet werden, weil sie zu viel Energie verbrauchen und zu viel CO2 ausstoßen. Die Umrüstung nimmt die Verwaltung zeitgleich mit der Sanierung des Gasnetzes in der Stadt in Angriff, denn das ist billiger.

Viele Düsseldorfer hängen jedoch an den alten Gaslampen und wollen sich nicht von ihnen trennen. So gab es in Lohausen Protest gegen den Abbau. Stadtweit hat sich sogar eine eigene Initiative "Pro Gaslicht" gegründet, die darum kämpft, die Laternen in ihrer ursprünglichen Form zu bewahren – und damit gegen den Lichtmasterplan der Stadt ist. Argument: Der Austausch kostet mindestens 4000 Euro pro Laterne.

In Bilk scheint diese Gruppe keine Anhänger zu haben, denn dort plant die Stadt jetzt gleich an vier Stellen die Umstellung von Gas- auf Strombeleuchtung. Nennenswerter Widerstand dagegen wurde aber bislang – anders als in anderen Stadtteilen – nicht laut. Jeweils nur maximal eine Handvoll Anwohner beziehungsweise Hauseigentümer kamen zu den vier Informationsveranstaltungen der Stadt. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Umrüstungen wurden dabei fast alle, wenn auch zum Teil nach längerer Diskussion, akzeptiert.

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Einzig in der Oertelstraße hatten die drei erschienenen Eigentümer andere Vorstellungen. Dort stehen noch sieben Gaslaternen, vier davon vom Typ "Alt-Düsseldorfer", die zum Teil korrodiert und nicht mehr standsicher sind. Die Verwaltung hatte eigentlich vor, stattdessen moderne Elektrolampen (Typ "Lumega") aufzustellen. Doch damit waren die Anwohner bei der Anhörung nicht einverstanden: Sie wollen die vier Alt-Düsseldorfer-Lampen – künftig elektrisch betrieben – in ihrer Straße behalten. Nur die restlichen drei sollen durch neue Lampe vom Typ "Oberlicht" ersetzt werden. Dabei nehmen sie in Kauf, dass das pro Gaslaterne rund 1700 Euro teurer wird. Insgesamt entstehen für die Oertelstraße Mehrkosten von 6800 Euro. Und die werden nun anteilig auf die Anwohner umgelegt – auch auf diejenigen, die nicht bei der Info-Veranstaltung waren. Am Moorenplatz vor dem Eingang zur Uni-Klinik, werden die fünf Alt-Düsseldorfer Gaslaternen mit Einwilligung der Anwohner auf LED umgestellt, die Optik bleibt aber gewahrt. An der Burghofstraße entlang der S-Bahnstrecke werden die Gasleuchten vom Typ Reihenleuchte durch moderne "Lumega"-Leuchten ersetzt. Die Anwohner wollten eigentlich die Gasleuchten behalten, waren aber wohl angesichts der Kosten schließlich einverstanden. Und auch auf der Solenanderstraße wird es künftig statt Gas- eine LED-Beleuchtung durch "Lumega"-Lampen geben.

Wie viel die einzelnen Anwohner für die Umrüstungen bezahlen müssen, richtet sich unter anderem nach der Grundstücksgröße und der Geschosszahl der Häuser. Pauschalen gibt es nicht. Sechs Monate vor dem Bescheid schickt die Stadt Ankündigungen raus, mit welcher Summe die Eigentümer ungefähr zu rechnen haben.

(RP)
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