Fitnesstrainerin in Düsseldorf-Bilk : Die Trainerin der Fernsehköche

Linda Hönemann ist jeden Donnerstag auf Kabel 1 zu sehen. Ihr Spezialgebiet ist eigentlich Fitness für Schwangere.

Die Idee zu einem eigenen Studio für Personal Training kam ihr an einem kalten Tag morgens um 7 Uhr. Linda Hönemann, damals kaum 25 Jahre alt, hatte bei miesestem Schmuddelwetter einen Termin mit einer Kundin – und zwar unter freiem Himmel. „Ich brauche einen Raum zum Training“, sagte sie sich fröstelnd. Gedacht, getan: Inzwischen hat sie in einem Neubau an der Kopernikusstraße ein gut 100 Quadratmeter großes Studio mit allem, was sie für ihre Trainings braucht: viele Kurz- und Langhanteln, zwei Rudergeräte, ein Fitness-Fahrrad, einen Kabelzugturm und Equipment für Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, sogenanntes „Functional Training“.

Auf einem Gebiet ist Linda Hönemann Spezialistin: Mama-Fitness. Zwar ist die Bilkerin auch Rückentrainerin und Ernährungsberaterin, sie hat aber auch eine Ausbildung für prä- und postnatales Training gemacht. Eine Marktlücke sei das, sagt die Sportlerin, denn kaum jemand kennt sich aus mit Kraft- und Ausdauertraining für werdende Mütter. Mediziner zum Beispiel würden eher auf „Nummer sicher“ gehen, hat Linda Hönemann erfahren. „Wer Ärzte fragt, bekommt ausweichende Antworten oder den Rat, sich zu schonen.“

Linda Hönemann dagegen sagt: „Schwangere Frauen, die zuvor viel Fitness gemacht haben, können und sollen diesen Sport in ihrem Zustand weitermachen – nur eben etwas verändert.“ Sport mit etwas leichteren Hanteln zum Beispiel, aber als Ausgleich mit mehreren Wiederholungen bei mehr Zeit pro Trainingseinheit. Als Linda Hönemann im vergangenen Jahr selbst zum ersten Mal schwanger wurde, war das für ihren Beruf ein großer Vorteil. „Da habe ich selbst erfahren, wie sich der weibliche Körper während der neun Monate verändert und kann nun meine Kundinnen noch gezielter trainieren.“

Das Konzept, mit schwangeren Frauen zu trainieren, kam schnell gut an. „Zuweilen hatte ich acht schwangere Kundinnen gleichzeitig – und kurze Zeit später acht Kundinnen, die mit ihren Neugeborenen zum Personal Training kamen“, erzählt die junge Geschäftsfrau. Kein Wunder also, dass sie den damaligen Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut hat, obwohl das Gründen einer eigenen Firma bekanntlich mit viel Arbeit, Unsicherheiten und hohen Kosten verbunden ist. „Aber wenn man so eine Kämpferin ist wie ich, dann erreicht man jedes Ziel.“

So fing Linda Hönemann nach ihrem Schlüsselmoment an jenem kalten Morgen vor inzwischen vier Jahren direkt an. Zuerst hieß es, die nötigen Finanzen anzusparen. Den ganzen Sommer lang, so erzählt sie, habe sie das gute Wetter genutzt, um „Open Air“ persönliche Trainingsstunden zu geben und das eingenommene Geld zu horten. Den perfekten Raum für ihr Studio fand sie durch Zufall. Sie trainierte eine Kundin auf der Grünfläche hinter ihrem eigenen Wohnhaus. Dort wurde gleichzeitig ein Neubau errichtet, und ein Teil im Erdgeschoss war noch zu mieten.

Mit den großen Fenstern, dem dunklen Parkett, den hohen Wänden und viel Platz für Umkleiden und Duschen war der Raum perfekt für ein kleines Fitnessstudio. Genauso, wie sich Linda Hönemann es sich vorgestellt hatte. Einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit gab es auch, und so dauerte es nicht lange, bis sie in ihrem eigenen Studio trainieren konnte.

Der sich einstellende Erfolg erlaubte es Linda Hönemann sogar, weitere Trainer einzustellen. Dass sie auf der Erfolgsspur ist, beweist auch ein ganz besonderer Job: Eines Tages klingelte das Telefon und Mitarbeiter vom TV-Sender „Kabel 1“ waren dran. Für eine neue Abnehm-Show mit den Fernsehköchen Sebastian Lege und Frank Rosin würde man noch eine ausgebildete Fitnesstrainerin suchen – ob sie womöglich ein wenig Zeit dafür hätte, fragten die Entwickler der Show. Linda hatte – sie ist nun jeden Donnerstag im Fernsehen zu sehen, wie sie die etwas übergewichtigen Koch-Entertainer und ihre Teams trainiert.

Gut, dass die Sendungen abgedreht sind. Viel Zeit bleibt Linda Hönemann künftig für weitere Ausflüge in die TV-Welt wohl nicht mehr, denn sie erwartet wieder ein Kind – selbstverständlich kein Grund , sich sportlich zurückzuhalten. „Ich weiß ja am besten, was gut für mich als werdende Mutter ist“, sagt sie. „Ich werde mein Training bis zur Geburt anpassen und weiter Sport treiben“.

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