Fahrgäste irren durch S-Bahnhof Düsseldorf-Bilk

Haltestelle wird ausgebaut : Schienenersatzverkehr - Fahrgäste irren durch S-Bahnhof Bilk

Die Haltestelle wird derzeit zum Regionalhalt ausgebaut. Viele Züge fallen aus. Dafür stellt die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr bereit, der aber in den Augen einiger Passagiere nur schwer zu finden ist.

Mehr als 10.000 Menschen steigen jetzt schon täglich an der S-Bahnstation in Bilk ein und aus. Um vor allem auch den linken Niederrhein noch besser an Düsseldorf anzubinden, wird derzeit die Station zum Regionalhalt umgebaut. Wenn die RE-Linien 4, 6, 10, 13 und die Regionalbahn 30 irgendwann in Bilk halten, geht die Bahn davon aus, dass sich das Fahrgastaufkommen verdoppelt, die Station zu einem wichtigen Drehkreuz für die Landeshauptstadt wird. Bis es aber soweit ist, gibt es immer wieder Einschränkungen für die Passagiere. So wie im Augenblick. Seit Beginn der Osterferien halten keine Züge mehr an der Station, bis zum 8. Mai wird es erst einmal noch Probleme geben. Zwar stellt die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr bereit, doch viele Fahrgäste tun sich bei der Orientierung schwer.

Veronique Schmitz hat die Schienenersatzverkehr-Haltestelle ohne Probleme gefunden, schließlich würde sie täglich pendeln, sagt sie. Dabei sei Bilk nur eine ihrer vielen Etappen. „Mich stört es, dass keine konkreten Angaben zum Umbau gemacht werden. Auch wo die Ersatzhaltestelle überhaupt liegt, ist nicht zu erkennen. Sie ist nämlich um die 350 Meter vom S-Bahnhof entfernt“, sagt Schmitz, die am Bahnhof zwar einen Aushang entdeckt hat, „die Informationen sind aber nicht schlüssig“. Sie hatte von den Arbeiten das erste Mal im Zug gehört, auf dem Weg zu Arbeit. In Doreens Firma, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, wurden im Vorfeld Infoflyer verteilt. Sie sagt, dass eine ihrer Kolleginnen während der Zeit der Umbauten Homeoffice machen würde, dann müsse sie nicht noch länger als sonst unterwegs sein. Eine Haltestelle weiter sitzt eine junge Frau mit einem Koffer. „ Ich hoffe, dass ich meine Anschlüsse bekomme, häufig hat der Ersatzverkehr Verspätung“, sagt die Frau, die verärgert ist, dass auf dem Weg zur Ersatzhaltestelle die Deutsche Bahn keine Hilfestellung und es außerdem keine weitere Beschilderung gibt. „Es fehlt eine Ansprechperson“, findet auch Thorsten Graeßner (Grüne), der seit Tagen Leute am Bahnhof umherirren sieht.

Die Ersatzhaltestelle liegt etwa 350 Meter vom Bahnhof entfernt. Foto: Johanna Heinen

Die Bahn selbst findet, es gebe ausreichend Informationen an der Station in Bilk, eine große Umgebungskarte etwa, die genau anzeige, wo die Busse fahren. „Dazu haben wir auch Fußstapfen in Richtung Ersatzhaltestelle geklebt“, sagt eine Sprecherin, die fast schon überrascht ist über die Beschwerden, die in unserer Redaktion eingegangen sind, „eigentlich sind die Bilker schon geübt, hatten zuletzt erst im März auf den S-Bahnlinien 8 und 11 Ersatzverkehre“. Sie geht davon aus, dass sich die Passagiere in den nächsten Tagen besser zurechtfinden werden, „wenn man gewohnte Wege verlassen muss, ist es üblich, dass man sich erstmal orientieren muss“. Zwar habe es bei der Kundenhotline in den letzten Tagen mehr Anrufe gegeben, die meisten Anrufer wollten aber nur Informationen zum Ersatzverkehr und keine Beschwerden loswerden. Sogenannte Reisendenlenker, also Mitarbeiter der Bahn, die den Fahrgästen Auskunft geben können, seien nicht geplant für Bilk, „die gibt es an den Hauptbahnhöfen in Neuss und Düsseldorf“, sagt die Sprecherin der Deutschen Bahn.

Der Aushang am Bauzaun zeigt den Weg zum Schienenersatzverkehr. Foto: Johanna Heinen

Damit auch Regionalzüge in Bilk halten können, wird ein neuer Bahnsteig mit zwei neuen Aufgängen zwischen den Fernbahngleisen mit einer Länge von 215 Metern gebaut. Damit der neue Regionalbahnsteig mit ausreichender Bahnsteigbreite errichtet werden kann, muss die Gleisführung so verlegt werden, dass alle bisherigen betrieblichen Möglichkeiten – wie beispielsweise die Anbindung des Düsseldorfer Hafens an das Schienennetz der Neusser Hafenbahngesellschaft – erhalten bleiben. Seit dem 13. April werden die ersten drei Weichen verschoben oder neu eingebaut und die komplette Oberleitungsanlage in dem Abschnitt verlegt. Aus diesem Grund können auch keine Züge zwischen Düsseldorf und Neuss fahren. Neben dem Bau des neuen Bahnsteigs müssen neun Weichen umgebaut, 3000 Meter Gleis verlegt, die Oberleitung mit 46 neuen Masten angepasst und die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert werden. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt rund 43 Millionen Euro.

Mehr von RP ONLINE