Düsseldorf-Bilk: Kontrollaktion an der Norfer Straße

Feuerwehr in Düsseldorf : Kontrollaktion an der Norfer Straße

Nachdem die Feuerwehr im September nicht mit ihrer Drehleiter zu einem Einsatzort kam, überwachte die Stadt die Straße in Bilk intensiv. Mit dem Ergebnis, dass die Verstöße überschaubar waren.

Ulrich Werner hatte schon eine ganze Zeit lang befürchtet, dass es irgendwann mal so kommen muss, dass die Feuerwehr nicht in seine Straße einfahren kann, weil Rettungswege zugeparkt sind. Am 12. September war schließlich dieser Tag – aus einer Wohnung waren Hilferufe zu hören, Nachbarn alarmierten die Feuerwehr.

Doch die Retter konnten mit ihrer Drehleiter nicht von der Uedesheimer Straße in die Norfer Straße abbiegen, weil zwei Pkw auf beiden Seiten der Kurve abgestellt waren. Sie mussten zu Fuß weiter, selbst der deutlich kleinere Rettungswagen hatte Schwierigkeiten, zum Einsatzort zu kommen. Dass die Feuerwehr an jenem Tag im September keine Drehleiter brauchte, war schlicht Glück. „Das hätte auch anders sein können“, sagt Ulrich Werner, der seit 40 Jahren an der Norfer Straße wohnt und Angst hat vor einem Brand, „der durch die Bauweise ganz schnell auf andere Häuser übergreifen kann“.

Durchgehende Reihenhäuser stehen an der knapp 400 Meter langen Einbahnstraße, die bis zum Südring verläuft. „Früher kannten wir die Autos, die hier standen“, sagt Werner. Heute sei das anders. Weil der Parkdruck in den Nebenstraße gestiegen ist, würden viele in die Norfer Straße ausweichen.

Durch den Einsatz am 12. September rückte die Norfer Straße in den Fokus des Ordnungsamtes, dem auch eine Beschwerde von einem Anwohner vorliegt. Intensiv sei die Straße von Freitag, 13. September, bis Sonntag, 29. September, überwacht worden – vor allem durch den Abenddienst. „In einer ersten Aktion wurden an der Norfer/Ecke Uedesheimer Straße insgesamt 50 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet, davon 44 wegen sogenanntem halbhüftigen Parken“, sagt ein Sprecher der Stadt.

Also Knöllchen für Fahrzeughalter, die ihren Pkw halb auf dem Gehweg und halb auf der Straße abgestellt hatten. Fünf Verfahren habe es gegeben wegen reinem Gehwegparkens und ein Verfahren für den Fünf-Meter-Bereich an der Kreuzung. „In diesem Fall konnte die Halterin, eine Anwohnerin, ermittelt werden, die das Fahrzeug versetzte“, sagt der Sprecher.

Bei weiteren Kontrollen in den folgenden Tagen seien lediglich zehn weitere Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet worden, davon zwei im Kreuzungsbereich Norfer/Uedesheimer Straße. „Die an der Norfer Straße halbhüftig geparkten Fahrzeuge wurden geduldet, da nach Einschätzung der Einsatzkräfte eine ausreichende Restfahrbahnbreite für den Fließverkehr gegeben war“, sagt der Stadtsprecher.

Einige Diskussionen mussten die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung mit Anwohnern führen, die trotz des Einsatzes der Feuerwehr keinerlei Einsicht gezeigt haben sollen und auch das Einschreiten der Einsatzkräfte für überzogen hielten.

Weil die Zahl der Verstöße aber überschaubar gewesen ist, „wurde der Einsatz für die Norfer Straße insofern bis auf Weiteres zurückgefahren“, heißt es von der Stadt. Ulrich Werner ist enttäuscht. „Hier eskaliert es“, sagt er, „weil die Alternativen fehlen.“ Parkhäuser gibt es keine in der Nachbarschaft, der P&R-Parkplatz am Südring sei jetzt schon überfüllt.

Regelmäßig versucht die Feuerwehr, die Düsseldorfer zu sensibilisieren – etwa mit Aufklärungsaktionen in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt sowie dem Amt für Verkehrsmanagement. Auf der Irenenstraße in Unterrath wurden so zum Beispiel neue Halteverbotszonen eingerichtet, damit die Einsatzfahrzeuge ohne größere Behinderung die Einsatzstellen anfahren können. In Bilk ist außerdem der zuständige Bezirksbeamte der Polizei im ständigen Dialog mit den Anwohnern der Norfer Straße, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

„Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass die Awista in den letzten Monaten gerade bei engen Straßen und in Fünf-Meter-Bereichen an Kreuzungen als Beschwerdeführer auftritt“, sagt der Stadtsprecher. Bei der Norfer Straße seien jedoch bisher solche Beschwerden ausgeblieben.