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Düsseldorf: Der einsamste Spielplatz ist in Bilk

Düsseldorf : Der einsamste Spielplatz ist in Bilk

Die Spielfläche hinter dem Bilker Einkaufscenter steht anderen Spielplätzen in der Stadt eigentlich in nichts nach. Dennoch wird er von Kindern nicht "bespielt" und hat deswegen den Ruf, der einsamste Spielplatz der Stadt zu sein.

Auf dem Spielplatz hinter den Bilk Arcaden in Bilk gibt es Vieles, was das Kinderherz begehrt: Klettergerüste, Rutschen, Matschanlage, Sandkasten, Hopsgeräte für Kleinkinder, Schaukeln, Tischtennisplatten und Sitzgelegenheiten für Erwachsene. An Pflege durch das Gartenamt mangelt es auch nicht. Und doch ist die Spielfläche oft menschenleer.

"Als hier noch nicht gebaut wurde, hat man den Platz stärker wahrgenommen", sagt Konrad Schnabel. Doch seit dort die Neubauten in die Höhe wachsen, würde er weniger benutzt, hat der Leiter des Bürgerhauses Bilk beobachtet. Ein Grund für die mäßige Nutzung sei sicher, dass die Spielfläche hinter den Arcaden liege, meint deren Center-Manager Tobias Agthe.

Einen Wegweiser dorthin gibt es nicht und auch keinen Hinweis in den Arcaden. Darüber könnte man durchaus nachdenken, sagte Agthe. Zumal die Kunden oft mit Kindern in die überdachte Einkaufsmeile kämen. Auch in der Arcaden-Zeitung und auf der Facebook-Seite will die Einkaufsmeile stärker auf den Platz hinweisen. Hoffnung setzen sowohl der Center-Manager als auch der Bürgerhaus-Leiter auf die Fertigstellung der Neubauten ringsum. Vielleicht ziehen da ja auch Familien mit Kindern ein, hoffen sie.

Versuche, den Platz zu "bespielen", hat es auch von Händlern und Organisationen gegeben. Und immer wieder Klagen, dass nicht in Erfahrung zu bringen war, wer für Nutzungsgenehmigung zuständig ist. Das mag daran liegen, dass der Spielplatz in Düsseldorf eine Sonderstellung hat: Der Investor der Arcaden hat ihn laut Agthe gebaut und 2008 der Stadt übergeben. Das wird auch am Zugang durch das städtische Spielplatzschild dokumentiert. Bei Anfragen an die Stadt laufen Interessenten aber ins Leere. Dort fühle sich niemand zuständig, klagte gegenüber der RP ein Unternehmen, das namentlich nicht genannt sein möchte.

Als Eigentümer des Grundstückes, auf dem der städtische Spielplatz liegt, seien die Arcaden eingetragen, hat Konrad Schnabel inzwischen recherchiert. Ein ungewöhnlicher Fall, wie Doris Törkel, die Leiterin des Gartenamtes, gegenüber der Rheinischen Post bestätigte. Um die Zuständigkeitsfrage zu lösen, bittet sie, dass sich Interessenten, die eine Genehmigung für Aktionen benötigen, zunächst an das Center-Management wenden - und dieses sich dann an das Gartenamt. "Im gegenseitigem Einvernehmen können wir dann ganz kurzfristig über die Genehmigung entscheiden", versicherte die Amtsleiterin.

Konrad Schnabel will sich nicht damit abfinden, dass dem Platz vor seiner Nase der Ruf anhängt, der "einsamste Spielplatz Düsseldorfs" zu sein. Er will sich künftig als freiwilliger Spielplatzpate engagieren. Als solcher will er sich auch dafür einsetzen, dass der Bolzplatz einen anderen Bodenbelag bekommt: "An dem Granulat kann man sich viel zu schnell verletzen."

Von den Kindergärten und Schulen in der Umgebung wünscht sich Konrad Schnabel, dass sie den Platz stärker nutzen. Dass das geht, habe sich nach dem Sturm Ela gezeigt: Weil auf dem Platz keine Schäden entstanden waren, war er der einzige weit und breit, der bespielbar war - und dann auch endlich so voll wie nie.

(RP)