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Düsseldorf: Der Döner-Krieg von Unterbilk

Düsseldorf : Der Döner-Krieg von Unterbilk

Mit "My Gemüse-Döner" fing es an. Inzwischen gibt es auf der Bachstraße noch einen Laden mit dem vegetarischen Drehspieß im Angebot, knapp 20 Meter vom Ursprungsladen entfernt. Ein Nachahmer? So einfach ist es nicht.

Suleyman und Erkan tragen orangene Pullis und haben die gute Laune zum Geschäftsprinzip erhoben. Kommt einer rein, sagen sie, "Hey, Großer, alles klar? Hast du Hunger?" Und sie flirten ein bisschen mit den Mädels, auf diese lockere, Berliner Art, was nicht ungewöhnlich ist, kommen sie doch ursprünglich aus Kreuzberg. Sie haben auch einen veganen Döner im Angebot, "Vöner" nennen sie ihn, ein Produkt aus Weizenmehl. Das Geschäft läuft "super", alles ist "cool" bei "My Gemüse-Döner", einem umgebauten Imbisswagen auf der Bachstraße 126.

Es ist Mittagszeit, es wird langsam voll, viel junges Publikum. Suleyman und Erkan reden viel, über frische Zutaten und die Vegetarier, die lieber Gemüse als Fleisch essen; es gibt viele Vegetarier in der Gegend. Und sie lachen noch mehr. Nur von Burak reden sie nicht gern. Der habe hier mal gearbeitet, sagen sie nur, dann hat er einen eigenen Laden aufgemacht, auch mit Gemüse-Döner, "und die gleichen Soßen hat er auch", sagt Suleyman, "du findest kein gutes Personal mehr", fügt er hinzu, und dann lächelt er wieder.

Gut 20 Meter weiter, Bachstraße 144, hat Burak seinen Laden vor drei Monaten aufgemacht. "Hey Großer, alles klar? Hast du Hunger?", sagt auch er, doch er lächelt nicht so. Er flirtet auch nicht wirklich. Burak ist eher ein Tüftler. So besteht sein veganer Döner aus Tofu, den er am Spieß grillt, die Marinade macht er selbst. Seine Idee.

Burak sagt, dass sie "My Gemüse-Döner" gemeinsam gemacht haben, doch "irgendwann ging es einfach nicht mehr." Burak sagt auch, dass er die Idee gehabt hat mit dem Gemüse. Und die ganze Arbeit. Und er habe außerdem eigenhändig den Unterstand gebaut mit der alten Zimmertür, in dem die Gäste nun "Vöner" oder Gemüse-Döner essen und die beiden Jungs ihre Witze machen. Burak ist sauer auf Suleyman und Erkan. Suleyman und Erkan sind auch ein bisschen sauer auf Burak, weil er ihnen Konkurrenz macht. Außerdem ist der neue Laden keine Bude, sondern ein echter Imbiss mit Sitzplätzen. Buraks Frau macht außerdem köstlichen Milchreis. Den haben Suleyman und Erkan eben nicht. Aber orangene Pullis und ein großes Schild. Das hat Burak gemalt, sagt Burak. Demnächst bekommt er eine Leuchtreklame, er will mehr werden. Am liebsten hätte er aber, dass beide Läden genug Kunden haben. Schließlich sind Suleyman, Erkan und Burak Cousins. Deshalb will Burak auch kein Geld von den anderen.

Eigentlich ist die Idee des Gemüse-Döners ja auch geklaut. Es gibt nämlich einen Stand namens "Mustafa's Gemüsekebap" in Kreuzberg, direkt an der Haltestelle Mehringdamm. "Unser Döner kommt von Herzen. Mit alles frisch, viel Liebe und ein bisschen Geheimnis", wirbt der Inhaber. Hungrige Hipster warten hier gerne 20 Minuten auf eine Teigtasche. Und weil Unterbilk ja auch wie Kreuzberg ist, dachten Burak, Suleyman und Erkan, das machen wir auch. Oder so ähnlich.

(RP)