Ausstellung : Wie ein Wohnzimmer-Museum

Einige ihrer Bilder von zu Hause stellt Ursula Willems jetzt in Niederkassel aus.

In ihrem Wohnzimmer hängen dicht unter der Decke Museumsleisten. Die hat Ursula Willems irgendwann angebracht, so viele Bilder sind in den letzten 20 Jahren zusammengekommen. Bilder von Landschaften und Menschen, Motive aus ihrer Heimat – „ich bin mit Leib und Seele Düsseldorferin“, sagt die 67-Jährige, die mit dem Malen irgendwann anfing, weil sie etwas suchte, mit dem sie ihre Zeit verbringen kann. Zuerst dachte sie ans Tanzen, ihr Partner wollte aber nicht tanzen. Dann meldete sie sich für einen Malkurs an, „jeden Mittwoch bin ich seitdem beim Kunsttreff“, sagt Ursula Willems. Zur Schule ist Willems in Düsseldorf gegangen, mit ihren Klassenkameradinnen von der Floraschule hat sie heute noch Kontakt. Mit 27 wurde sie Mutter einer Tochter, bald war sie alleinerziehend, arbeitete für einen Professor an der Unilkinik. Als ihre Tochter für ihr Studium auszog, da hatte Willems neben der Arbeit Zeit, da kam sie zum Malen. Manchmal, da sagt Ursula Willems: „ich muss bald aufhören“, zu viele Bilder sind schon entstanden, zu wenig Platz hat sie zu Hause, mit den Museumsleisten kann Willems zumindest schnell mal wechseln. Viele ihrer Kunstwerke hängen im Wohnzimmer, im Flur und Schlafzimmer, eines auch im Büro ihres Lebensgefährten Hans. Das ist ein besonderes Bild, das hat sie ihm gemalt, als das Paar sein 15-Jähriges feierte. Miles Davis ist drauf, der amerikanische Jazz-Trompeter. Das ist aber eine Ausnahme gewesen: Bilder zu Geburtstagen oder Jubiläen verschenkt Ursula Willems nur ungern, „das ist so eine Sache“, sagt die 67-Jährige, Geschmäcker sind verschieden.

Um ein bisschen Platz zu schaffen in ihrer Wohnung, plant Ursula Willems jetzt eine Ausstellung – es ist ihre 12., um genau zu sein. Im Weinhandel La Passion du Vin in Niederkassel war die Bilkerin schon vor zwei Jahren zu Gast und wird es ab Mitte November wieder sein. 19 Bilder sollen dafür mit, „wenn denn alle Platz haben“, sagt sie. Trennungsschmerz empfindet Willems prinzipiell nicht – nicht mehr. Am Anfang ist es ihr schwerer gefallen, zum Beispiel als jemand ihr Hafen-Bild nur einen Augenblick nach Fertigstellung kaufen wollte. „Meine Dozentin sagte damals, ,mal’ es doch einfach neu’“, erinnert sich Willems, die sich wieder vor die Leinwand setzte und mit Acryl Fernsehturm, Gehry-Bauten und Rheinkniebrücke malte.

Ausstellung, Vernissage am 17. November, 12 bis 16 Uhr; Ausstellung bis 5. Januar 2019, Alt Niederkassel 71