Bilk: Aachener Platz soll 2022 fertig sein

Was lange währt... : Aachener Platz soll 2022 fertig sein

Bis zur finalen Entscheidung im Rat am 3. Dezember müssen noch verschiedene Gremien grünes Licht geben. Bevor die Bauarbeiten starten können, muss die Netzgesellschaft zudem Leitungen erneuern.

Ein bisschen hatte sie gehofft, ein bisschen sogar damit gerechnet, „es gab ja Signale aus dem OB-Büro“, sagt Erika Worbs von der SPD in der Bezirksvertretung 3. So richtig glauben konnte sie es aber erst, als sie wirklich den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss in den Händen hielt, schwarz auf weiß, mit allen Details, der Auflistung aller Kosten und der Zustimmung der Kämmerin Dorothee Schneider, die das Vorhaben am 26. Oktober dieses Jahres abgenickt hat. Der Umbau des Aachener Platzes beschäftigt Erika Worbs seit nunmehr 17 Jahren, und fast jedes Jahr hat die SPD-Politikerin auf den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss gewartet. Jetzt ist er wahrhaftig da, der Umbau wird kommen. Worbs blickt sogar zuversichtlich auf den Sitzungskalender, zustimmen müssen den Arbeiten nach dem Go des Ordnungs- und Verkehrsausschusses vergangene Woche noch der Haupt- und Finanzausschuss, die Bezirksvertretung 3 und am 13. Dezember schließlich der Rat. „Ich gehe davon aus, dass alle Gremien grünes Licht geben“, sagt Erika Worbs.

2001 beschäftigte der Aachener Platz zum ersten Mal die Bezirksvertretung 3. Ein Gestaltungswettbewerb wurde ausgelobt, eine Bürgergruppe machte Vorschläge, etwa die wenig intuitive Verkehrsführung mit zwei Kreisverkehren zu ordnen. Der Grundsatzbeschluss wurde 2005 gefasst, 2008 wurden die Pläne konkreter. Im Frühjahr 2011 sollte der Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss kommen, ein Jahr später hätte Baubeginn sein sollen. Fortan hieß es: Im aktuellen Haushaltsplan sind die Mittel dafür nicht vorgesehen. Bis Thomas Geisel im Februar dieses Jahres zum OB-Dialog nach Flehe kam und versprach: „Da machen wir jetzt mal Schluss, jetzt wird der Platz gemacht, wir können die Leute nicht immer hinhalten.“ Das hatte sich Erika Worbs gemerkt, „und ich glaube, das Projekt hat nur Fahrt aufgenommen, weil der Oberbürgermeister sich eingeschaltet hat“.

4,2 Millionen Euro soll der Umbau kosten, Mitte 2022 soll der Platz fertig sein. Bevor es mit den eigentlichen Arbeiten rund losgehen kann, will die Netzgesellschaft veraltete Versorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser sanieren. Zweieinhalb Jahre soll das dauern, wegen der Verkehrsführung sei die parallele Abwicklung von Leitungssanierung und Umbau des Platzes nicht möglich. Die Abschnitte sollen stattdessen nacheinander realisiert werden, westlich der Achse Fleher Straße will man mit der eigentlichen Verschönerung des Platzes Mitte 2020 beginnen.

Geplant ist, die Verkehrsflächen zu bündeln und Raum für Grün- und Aufenthaltsbereiche zu schaffen. Zwei Kreisverkehre sollen unter anderem dafür Platz bieten. Der Größere mit einem Durchmesser von etwa 34 Metern soll den Kreuzungsbereich Aachener und Fleher Straße vereinfachen, in der Mitte des Kreisels wird eine Grünfläche angelegt und eine Sumpfeiche gepflanzt. Der kleinere Kreisverkehr, der einen Durchmesser von 22 Metern haben wird, soll im weiteren Verlauf der Aachener Straße am Übergang zur Ulenbergstraße platziert werden. Die Gleise der Stadtbahn durchqueren den großen Kreisverkehr, alle Fußgängerwege über die Gleise werden als Z-Querungen mit Umlaufgitter angelegt. Bushaltestellen werden neu angeordnet, um ungünstige Umwege über den Mini-Kreisverkehr zu vermeiden. Die Dreiecksfläche auf dem Aachener Platz soll weiterhin als Parkraum genutzt werden. 74 Stellplätze wird es dort geben, fünf davon für Taxis ausgewiesen.