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Bezirkspolitiker im Norden von Düsseldorf lehnen Konzept zum Parken ab.

Parkplatznot in Düsseldorf : Stadtteile im Norden lehnen Parkpläne der Stadt ab

Die Bezirksvertretung 5 hat das Konzept der Stadt Düsseldorf zum Parken abgelehnt. Damit würden die Bürger bevormundet und abgezockt, wird argumentiert.

Dass Düsseldorf ein Parkproblem hat, ist hinlänglich bekannt. Dass etwas geschehen muss, ist nicht neu. Deshalb hat die Stadt nun ein Parkraumbewirtschaftungskonzept erarbeitet wird, mit dessen Hilfe das Parken im öffentlichen Raum stärker organisiert werden soll.

Unter anderem sollen mehr kostenpflichtige Parkzonen eingeführt und auch nachts Gebühren erhoben werden. Die Bezirksvertretung 5 (Kaiserswerth, Kalkum, Stockum, Lohausen, Wittlaer und Angermund) hatte das Papier im März geschoben, da dieses zu kurzfristig vorgelegt wurde. Nun wurde dieses in dem Gremium diskutiert und schließlich abgelehnt.

Bezirksbürgermeister Stefan Golißa (CDU) sprach zuvor von einer Schikane der Autofahrer. „Die Menschen sollen umerzogen werden, keine freie Wahl mehr erhalten, welches Verkehrsmittel sie nutzen wollen.“

Als realitätsfremd bezeichnete er das Ziel der Verwaltung, Berufspendler künftig zum Umstieg auf den ÖPNV, das Rad oder zu Fuß zu bewegen. „ÖPNV mag ja noch gehen und falls jemand von Krefeld mit dem Rad kommt, hat er meinen vollen Respekt, aber wie das zu Fuß gehen soll, erschließt sich mir nicht.“

Dass E-Autos gefördert werden sollen, ist für Golißa nachvollziehbar. „Die nehmen aber nicht weniger Platz weg und deshalb ist dieser Ansatz in einem Parkraumbewirtschaftungskonzept unsinnig.“ Als einzigen positiven Punkt hob Golißa hervor, dass in einigen Bereichen durch das geplante Anwohnerparken der Schutz der Anwohner gewährleistet würde.

Marianne Hagen (FDP) bedauerte es, dass Düsseldorf nun autofeindlich würde. Sie fragt sich, woher das Ordnungsamt plötzlich die Kapazitäten hernehmen soll, um die Vorgaben dann auch zu kontrollieren. „Und wo soll Besuch künftig parken können?“

Auch Ulrike Schneider vom Seniorenrat kritisierte das Konzept. Die Preise für Bus und Bahn seien zu teuer, um, wie gewünscht, einen Umstieg auf den ÖPNV zu erreichen. Zudem wären Senioren oft auf das Auto und damit auf Parkplätze angewiesen. Und Emmanouil Mastrokoukos (Linke) empfindet die geplanten Parkgebühren als „Abzocke“.

Die Mitglieder der SPD verteidigten hingegen die Verwaltungsvorschläge, die dringend notwendig seien. „Die Stadt ist für die Menschen und nicht für die Autos da“, sagt Sebastian Krüger. Er wies da­rauf hin, dass es ja möglich sei, Wünsche und Anregungen in das Konzept einfließen zu lassen.

So will die Bezirksvertretung beispielsweise, dass auch mehr gegen Flughafenparker unternommen wird. „Es ist dringend notwendig, den Individualverkehr in diesen Massen aus der Stadt herauszuhalten und es ist gut, dass das Problem nun mit einem ganzheitlichen Konzept angegangen werden soll“, sagt Krüger. Für seine Ansicht fand er allerdings keine Mehrheit in der Bezirksvertretung 5.