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Eller: Bewegte Bilder im Kultur Bahnhof

Eller : Bewegte Bilder im Kultur Bahnhof

Im Kultur Bahnhof Eller zeigten in den vergangenen Jahren viele Maler, Zeichner und Bildhauer ihre Werke. In etwa monatlichem Wechsel gibt es Ausstellungen, nur zwischen Juli und September ist Sommerpause. Das heißt aber nicht, dass die Arbeit ruht – im Gegenteil. Das Künstlerpaar Sukyun Yang und Insook Ju machten den Kultur Bahnhof zu ihrem Sommeratelier und gaben den beiden Ausstellungsräumen ein neues Aussehen. Statt Gemälden, Skulpturen oder Bleistiftzeichnungen präsentiert die Schau der beiden Koreaner Medienkunst und Videoinstallationen.

Virtuelle Läufer rennen im Kreis

Was für einen Maler die Leinwand ist, stellen für einen Medienkünstler Bildschirme und Computer dar. Daher brachten Sukyun Yang und Insook Ju in den Kultur Bahnhof Eller gut 30 Monitore mit und stellten diese nach einem festen Schema auf. Zu einem Kreis aneinandergereiht etwa. Die einzelnen Bildschirme dieses Kreises zeigen nicht jeweils einen eigenen Film. Das elektronische Ensemble lässt einen virtuellen Menschen von einem Screen zum anderen laufen, immer im Kreis, immer im gleichen Rhythmus. Der Titel der Ausstellung scheint sich auf genau diese Videoinstallation zu beziehen: "Eine zwei eins zwei" heißt die Schau, und es klingt, als würde der virtuelle Läufer dem Betrachter den Takt vorgeben und zum Mitlaufen auffordern.

Weitere Monitore sind meterhoch aufeinandergestapelt und präsentieren dem Betrachter menschliche Gesichter, verwandelt in Millionen digitaler Daten. Daneben zeigen zwei große Mattscheiben die beiden Künstler – digitalisiert, farblich verändert und wild tanzend.

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Man kann sogar eine komplette virtuelle Wohnung betreten. Mit einer Computermaus steuert man seinen Blick durch Wohnzimmer, Bad und Küche. Per Klick öffnet man Schränke, blättert in Büchern, drückt den Spülknopf vom WC. Die Gastfreundschaft wird groß geschrieben im Hause von Sukyun Yang und Insook Ju – wer Durst hat, bedient sich am Getränkevorrat. Das wohlige Gefühl im Bauch bleibt jedoch aus – es ist und bleibt schließlich die digitale Parallelwelt des Künstlerpaares.

Wie funktioniert diese Verbindung zwischen Hand, Computermaus und den Daten auf den Festplatten? Nach der Menge des benutzten Speicherplatzes oder dem Namen der Computerprogramme gefragt, schüttelt Insook Ju den Kopf. "Der Ausstellungsbesucher braucht technische Details nicht zu wissen", sagt sie. "Er soll hier Spaß haben, denn unsere Arbeit ist viel Spielerei." Dass die Vorbereitung aber viel Zeit und Nerven gekostet habe, das gibt sie zu. "Kunst ist nicht nur, im Atelier mit Pinsel und Leinwand zu arbeiten. Man sitzt auch lange am PC und bearbeitet Filme."

Nicht jedes Werk der Ausstellung zeigt Bewegung, Interaktion und Dreidimensionales. Zwei großformatige Fotoarbeiten fangen den Blick des Betrachters ein, obwohl die Bilder weder bewegte Details aufweisen noch per Mausklick zum Mitmachen einladen. Die riesigen Motive zeigen das Innere einer Synagoge und der Oberkasseler Kirche St. Antonius. Hinter Acrylglas gepresst, entfalten die Bilder eine hohe Leuchtkraft. Als Betrachter geht man mal näher heran, um auch die vielen Einzelheiten zu sehen, mal tritt man ein paar Schritte zurück, um das ganze Bild auf sich wirken zu lassen. Die Fotos bestehen nicht aus einer einzelnen Aufnahme, sagt Insook Ju. Gut 200 einzelne Bilder haben die Künstler zu einem großen Ganzen vereint. Nur mit Photoshop gehe das nicht, sagt Ju lachend. Mehr verrät sie nicht. Nur so viel sagt sie: "Es ist wirklich total kompliziert."

(lod)