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Benrath/Garath: Benrather Markt muss schöner werden

Benrath/Garath : Benrather Markt muss schöner werden

Unregelmäßige Öffnungszeiten, alte Wagen, der Marktplatz ist unattraktiv. Zahlreiche Marktbeschicker möchten gerne auf einen Düsseldorfer Wochenmarkt, aber nicht nach Benrath. Die Verwaltung sieht Handlungsbedarf.

Es riecht nach altem Öl. Und der Geruch ist unangenehm. Wer über den Benrather Markt schlendert, bekommt – je nach Windrichtung - eine ganze Ladung des üblen Gestanks mit. "Das ist ekelhaft", sagt Renate Rönnau, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB). Auch wenn die meisten Marktbeschicker nicht Mitglied bei der AGB sind, fühlt sie sich doch auch für sie verantwortlich. "Der Markt ist unattraktiv", sagt sie. Es fehle an Atmosphäre. Das mache sich indirekt auch beim Einzelhandel bemerkbar, sagt Rönnau. Denn wenn auf dem Markt viel los sei, kauften die Kunden auch im Benrath ein.

Aber ihres Erachtens habe der Benrather Markt kein Gesicht. Mit schwerem Geschütz kommt die AGB-Vorsitzende daher: Sie bemängelt, dass es keine geregelten Öffnungszeiten gibt und die Marktbeschicker nur an den Tagen kommen, an den sie wollen. "Da wäre bei den Einzelhändlern unmöglich", sagt sie.

Auch die Stadtverwaltung hat das Problem erkannt. Klaus Meyer, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und auch zuständig für die Märkte, erklärt, dass es lange Wartelisten für Händler gibt. Gerne wollen sie auf die Düsseldorfer Wochenmärkte. "Nur nicht nach Benrath."

Das sei ein ganz schwieriger Markt, sagt er, der für die Marktbeschicker unattraktiv sei. In Benrath könne man kein Geld verdienen, es gebe zu wenig Kundschaft, lautet die Argumentation der Marktbeschicker, die nicht nach Benrath wollen. Auch er bestätigt, es gebe viel freie Fläche, aber "da will keiner hin."

Zwar ist die Stadt Düsseldorf darauf bedacht, auf ihren Märkten nur Lebensmittelhändlern die Möglichkeit zum Verkauf zu geben. Doch in Benrath kommt zweimal die Woche ein Taschenhändler. "Weil wir genügend Platz haben", gesteht Meyer kleinlaut ein. Weil es genug Fläche gibt, breitet sich auch die Blumenfrau gerne in der Tiefe aus – auch wenn es nicht erlaubt ist. "Wir kontrollieren das immer wieder, und dann geht es eine Zeit gut", sagt Meyer.

Renate Rönnau hat zahlreiche Vorschläge, wie man den Markt verbessern könne. "Manchmal sind es doch nur Kleinigkeiten", sagt sie. Bei den Imbissständen müssten auf die Stehtische nur eine Decke und ein paar Blümchen, schon sieht es viel netter aus. "Das sind Kleinigkeiten, die wenig Geld kosten". Sie findet auch gut, dass es die Imbissstände gibt, denn ihres Erachtens mache das den Mix aus.

Was Gestank betrifft, da gibt es normalerweise eine Ablüftung über der Fritteuse, die müsse einmal im Monat gereinigt werden, sagt Meyer. Das passiert auch in Benrath, aber der Geruch bleibt. "Wir müssen der Ursache auf den Grund gehen", erklärt Meyer und ergänzt: "Vielleicht reicht das normale Prozedere nicht aus."

Renate Rönnau fehlt es an Homogenität auf dem Marktplatz. Die Wagen stehen ihres Erachtens durcheinander. Dass es auch anders geht, zeigen andere Märkte im Stadtgebiet. In Oberkassel – mit dem sich Benrath gerne vergleicht – herrscht auf dem Barbarossaplatz Enge, "aber es ist gemütlich", sagt Rönnau und lobt die kurzen Wege von einem Stand zum anderen. Auch in Garath stehen vor der Freizeitstätte die Wagen eng nebeneinander, so dass der Kunde von einem Stand zum nächsten gehen kann. Und die Auswahl ist groß. Der Käsehändler hat appetitlich sein Angebot drapiert, der Fleischhändler hat seine Wagen mit selbst geschriebenen Tafeln mit Sonderangeboten verschönert. "Das ist ansehnlich", sagt Rönnau. "Das gefällt mir, so etwas müsste doch auch in Benrath möglich sein."

Amtsleiter Klaus Meyer hat das Problem erkannt. "Wir haben schon einmal überlegt, die Wagen umzustellen, beispielsweise im Halbkreis", sagt er. Doch dann sehe man die Rückfront, die wenig attraktiv sei. Zumal die Wagen auf dem Benrather Markt mit den Händlern alt geworden seien, sagt er.

"Offensichtlich läuft da etwas schief, was wir noch nicht in den Griff bekommen haben", meint Meyer. Der Amtsleiter sieht dringenden Handlungsbedarf. "Wir wollen schließlich schöne Märkte in Düsseldorf."

(RP)