Wohnen im Düsseldorfer Süden: Die Bonava baut in der Paulsmühle

Wohnen im Düsseldorfer Süden : Die Bonava baut in der Paulsmühle

Um die 500 Miet- und Eigentumswohnungen sollen ab 2022 neben das Albrecht-Dürer-Kolleg gebaut werden.

Der deutsch-schwedische Projektentwickler Bonava mit Sitz in Fürstenwalde nahe Berlin hat sich den Zuschlag für das geplante Wohnquartier „Nördlich Paulsmühlenstraße“ in Benrath gesichert. Ein entsprechender Kaufvertrag über das knapp drei Hektar große Grundstück der städtischen Tochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) wurde bereits Ende des vergangene Jahres unterzeichnet, teilt Bonava in einer Pressemitteilung mit. Über die Höhe der Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Es wurde auch deswegen nicht früher kommuniziert, weil der Bebauungsplan für das Gelände seit dem 18. Januar rechtskräftig ist und nun die weitere Entwicklung erst richtig losgehen kann. Der Plan sieht ein „durchlässiges Quartier mit zahlreichen Grünflächen und offenen Höfen“ vor, heißt es in der Presseinformation weiter. Laut Bonava sollen bis 2027 etwa 500 neue Miet- und Eigentumswohnungen entstehen.

Die genaue Zahl der Einheiten wird nun in der in diesem Jahr anstehenden Planungsphase festgelegt. Die Gebäude selbst erhalten begrünte Dächer und werden maximal fünf Etagen umfassen. Gemäß dem Handlungskonzept „Zukunft Wohnen“ der Landeshauptstadt Düsseldorf wird Bonava je 20 Prozent preisgedämpfte und öffentlich geförderte Wohnungen errichten. Sehr wahrscheinlich wird es noch in diesem Monat einen Wettbewerb zur Fassaden- und Außengestaltung geben. Dazu sind mehrere Büros eingeladen worden. Mit den Ergebnissen wird im Anschluss an den Wettbewerbsauftakt in zwei Monaten gerechnet. Dieser wird nichtöffentlich sein.

„Grundstücke in dieser Lage und vor allem in dieser Größenordnung sind in Düsseldorf nur ganz, ganz selten auf dem Markt. Speziell Benrath bietet mit Supermarkt, Kindergarten und Schulen in der Nachbarschaft ein optimales Wohnumfeld. Was jedoch fehlt sind Wohnungen. Wir freuen uns deshalb sehr da­rauf, dieses alte Industriegelände mit neuem Leben zu füllen und werden hier ein Zuhause für alle Generationen schaffen“, sagt Bonava-Projektleiter Martin Schleuter.

„Bis die Bauarbeiten beginnen können, bleibt jedoch noch einiges zu tun“, erklärt Lukas Lahr, der das Großprojekt ebenfalls als Projektleiter betreuen wird. Nach dem Abschluss des Architektenwettbewerbs zu Fassaden- und Außengestaltung beginnt die eigentliche Detailplanung des Quartiers. Wir hoffen, dass wir 2022 den ersten Spatenstich setzen können und rechnen aktuell mit einer Bauzeit von etwa fünf Jahren“, heißt es in der Presseinformation.

Im Vorfeld hatte die IDR für ihr Vorhaben, neben das Dürer-Kolleg weitere Wohnungen zu bauen, viel Gegenwind aus dem Viertel erhalten. Die Zahl der Wohnungen passt vielen nicht. Im allerersten Aufschlag war von 350 Einheiten die Rede gewesen, doch die Zahl erhöhte sich im Verlauf des Verfahrens. Völlig auf Kritik stieß dann der Vorschlag, in das Wohnquartier einen siebenstöckigen Hochpunkt zu setzen. Bei der Abstimmung über den Bebauungsplan hatte es in der Bezirksvertretung zwei Gegenstimmen gegeben: zum einen von Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf( CDU) und zum anderen von Richard F. Wagner (Grüne). Dadurch, dass bis Baubeginn die benachbarte Eishalle ihren Betrieb eingestellt hat, kann vor allem die Fassadengestaltung entlang der Paulsmühlenstraße völlig anders gestaltet werden, da ja nun kein Lärmschutz in diese Richtung mehr vorgesehen werden muss.

Das geplante Quartier ist nur eines von zahlreichen Bonava-Bauvorhaben in der Region. Weitere entstehen auch in Rath, Rommerskirchen und Duisburg. Ein weiteres Wohnquartier in Ratingen wurde 2019 fertiggestellt.