Benrath : Wiedersehen der besonderen Art

Vor 20 Jahren machte Nils Perpeet in der Klasse von Jochen Schriever seinen Abschluss am Albrecht-Dürer-Kolleg; heute ist er für die IDR Leiter der Projektentwicklung und Schriever leitet das Kolleg.

Wahrscheinlich sind bei Nils Perpeet die vergangenen 20 Jahre ins Land gegangen, ohne dass er oft an seine Mitschüler und seinen Klassenlehrer aus der Berufsschulzeit am Albrecht-Dürer-Kolleg zurückgedacht hat. Gerademal anderthalb Tage über zwei Jahre hatten die angehenden Bauzeichner Mitte der 90er Jahre zusammen verbracht. Viele von ihnen studierten anschließend noch - Bauingenieurswesen oder Architektur wie Perpeet - und verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Nachdem er im Mai 2015 zur Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz wechselte, übernahm er die Leitung für ein großes Projekt: Den Neubau der Schule, die er 20 Jahre zuvor während seiner Ausbildung zum Bauzeichner besucht hatte - was für ein Zufall.

Allein das ist schon ein guter Grund, um in der einen oder anderen Erinnerung zu schwelgen. Etwa die von der Fahrt 1996 mit dem damaligen Klassenlehrer Jochen Schriever nach Prag. Doch es kommt noch besser: Ebendieser Schriever ist inzwischen Schulleiter des Albrecht-Dürer-Kollegs. Dort übernahm er 1994 nach dem Referendariat eine Lehrerstelle. Seine erste eigene Klasse war die der Bauzeichner, mit Nils Perpeet und weiteren 27 Schülern. "Es war eine fitte Klasse", blickt Schriever gerne zurück. Manchesmal, so weiß er noch heute, hatte er damals das Gefühl, dass die ihm - dem reinen Theoretiker - fachlich überlegen gewesen sei. Das hat seine Beliebtheit bei den Schülern jedoch nicht geschmälert. Nach der gemeinsamen Pragfahrt gab es etwa das Nachtreffen in Schrievers Eigenheim. "Nicht eben zur Freude der Nachbarn", sagt Schriever und lacht. 2012 übernahm der Pädagoge die Leitung des Kollegs. In dieser Funktion ist er eng in den Neubau der Schule eingebunden. In einer der ersten Einladungen zu einer Bau-Besprechung mit der IDR las er den Namen Perpeet. Da habe er sich schon gefragt, ob das vielleicht der Nils sei. War er.

Als der dann auf seinen alten Klassenlehrer in seiner neuen Funktion als Leiter Projektentwicklung traf, sei er schon stolz gewesen, zu zeigen, dass aus ihm was geworden sei. Für Schriever hat das aber wohl schon vor 20 Jahren festgestanden. "Im Zeugnis hätte bei ihm stehen müssen, Nils ist lebhaft und hält manchmal seine Mitschüler vom Lernen ab."

Dass es in diesem Jahr nun genau 20 Jahre her ist, dass die Klasse ihren Abschluss machte, nimmt Nils Perpeet nun zum Anlass, ein Klassentreffen zu organisieren. Von seinen 27 Mitschülern hat er zehn bereits gefunden. Er hofft darauf, dass der eine oder andere in Düsseldorf geblieben ist und sich vielleicht auf dem Foto von der Prag-Fahrt erkennt oder jemanden kennt, der auf dem Foto ist, damit das Treffen möglichst vollzählig stattfinden kann.

Anders als bei anderen Schulen sind Klassentreffen nach der Zeit im Berufskolleg etwas seltener. Um so mehr freut sich Schulleiter Schriever auf das Wiedersehen mit seiner ersten Klasse. Noch heute hat er beim Betrachten der Prag-Fotos die Namen der Schüler parat. Völlig perfekt wäre es für Nils Perpeet übrigens gewesen, wenn das Dürer-Kolleg genau 20 Jahre nach seinem Abschluss vom Stammsitz am Fürstenwall in den Neubau nach Benrath hätte ziehen können. Auch wenn der Baufortschritt mit großen Schritten voran geht, ist das nicht zu schaffen. Aber vielleicht wäre das ein bisschen zu viel des Guten...

(RP)
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