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Benrath: Wie geht es mit der Eissporthalle weiter?

Benrath : Wie geht es mit der Eissporthalle weiter?

Die Zukunft der Eissporthalle an der Paulsmühle ist ungewiss. Der Betreiber, die Stadtsparkasse, möchte Planungssicherheit für das gesamte Areal. Da sind Stadtverwaltung und Politik gefragt.

Mitte April endet die Eislaufsaison. Und damit geht wahrscheinlich eine Ära zu Ende. Der Chef der Sparkassen-Eishalle, Manfred Otto, will aufhören. Seit 1991 leitet er - mit Unterbrechung - die Eissporthalle. 2006 ging er in den Ruhestand, um als Pensionär 2011 erneut das Ruder zu übernehmen, als Rentner. In den vergangenen vier Jahren sind daraufhin die Besucherzahlen wieder stetig gestiegen. Und schon heute hat er, wie er nicht ohne Stolz berichtet, die 100 000-Marke für diese Saison erreicht.

Doch nicht nur Otto, sondern auch die Eissporthalle ist in die Jahre gekommen. 1979 wurde die Halle eröffnet. Sie war ein Geschenk der Stadtsparkasse - anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens 1975. Und seitdem finanziert die Sparkasse aus dem Stiftungskapital die Halle, bezahlt die Angestellten und die Reparaturarbeiten.

"Gewinne", so sagt Otto, "fährt die Stadtsparkasse mit der Halle nicht ein." Im Gegenteil, es gebe nur Kosten, meint der gelernte Bankkaufmann, der seine Lehre bei der Sparkasse in der Filiale in Wersten begann. Mehr noch, die Halle sei knapp bei Kasse. Das Stiftungvermögen wird wegen der Ausgaben immer weniger, und nicht zuletzt auch wegen der niedrigen Zinsen. Es sei schwer, die Verluste zu decken, meint er.

Auf der Kuratoriumssitzung, die mit Rücksicht auf den neu gewählten OB in den Oktober geschoben wurde (sonst im Sommer), hat Otto erklärt, dass er in Erwägung ziehe, vielleicht nach Ende der Saison aufzuhören. Die Mitglieder der Sitzung, zu der OB Geisel dann nicht erschienen war, zeigten sich überrascht. "Sie wussten von nichts", sagt Otto, aber er sei inzwischen 73 und wolle auch einmal den Ruhestand genießen. Er habe sich auf der Sitzung bereit erklärt, seinen Nachfolger einzuarbeiten. Seitdem habe er aber nichts mehr gehört.

Jetzt hat er in der RP gelesen, dass die Stadtsparkasse die Halle eventuell abstoßen möchte, und dass es Ideen gebe, daraus eine Multifunktionshalle zu errichten. "Haben wir denn nicht schon genug Multifunktionshallen in Düsseldorf?", fragt Otto. Die SG Benrath-Hassels baue, das Reisholzer Castello stünde leer. Seines Erachtens sei die Eishalle wichtig für den Schulunterricht. "Wir schleusen hier jede Woche 44 Klassen durch", sagt er.

Aber Otto weiß auch, dass die Eissporthalle Perspektiven benötigt. Einige teure Investitionen seien notwendig. "Dafür brauche ich Entscheidungen, aber die kommen nicht", sagt er. Es herrsche momentan einfach keine Planungssicherheit. Mangelnde Planungssicherheit beklagen auch die Verantwortlichen bei der Stadtsparkasse. "Man muss sich Gedanken machen, was auf dem Gelände rund um die Pauslmühle passiert. Hier ist die Stadt am Zuge", heißt es aus Unternehmenskreisen.

Wenn es für die Paulsmühle konkrete Planungen gibt - ob nun Berufskolleg, Wohnungen oder was auch immer - dann könnten auch die Planungen für die Eissporthalle wieder konkreter werden. OB Geisel hatte als Kandidat während seines Wahlkampfes immer wieder betont, dass er sich für den Düsseldorfer Süden stark machen wolle. Jetzt könnte er sich beweisen, meint ein Insider.

(RP)