Benrath : Was nun, VfL Benrath?

Nach der Heimpleite gegen den Keller-Rivalen FC Viersen plant Trainer Frank Stoffels jetzt nun für die Bezirksliga. Das Ziel: der sofortige Wiederaufstieg. Heute Abend spielt der VfL im Kreispokal.

Nein, in Durchhalteparolen wollte sich Frank Stoffels nicht verlieren. "Wir stehen mit mehr als einem Bein in der Bezirksliga", sagte der Coach vom VfL Benrath und bewies damit demonstrativ Sinn für Realität. Kurz vorher hatten seine Landesligakicker durch eine 0:5-Heimpleite gegen den Keller-Rivalen 1. FC Viersen auch die wohl "allerletzte" Chance vertan, dem nun fast sicheren Abstiegsschicksal auch in der vierten Zitter-Saison in Folge noch zu entgehen.

Kein Wenn, kein Aber, - sprich: kein übermäßiges Klagen nach dem Schlusspfiff über vorhandene (aber vergebene) Torchancen in der Partie mit Endspielcharakter, keine theatralische Schiri-Kritik, weil der Unparteiische den Schlossstädtern in der Schlussminute einen Strafstoß verwehrt hatte. Stoffels richtete im bitteren Augenblick der Gewissheit seine Sicht nach vorn.

"Die Gespräche mit den Spielern über eine Weiterverpflichtung für die neuen Saison sind bislang positiv verlaufen", versicherte der engagierte Übungsleiter. Der Gang in die Bezirksliga - mit dem Ziel des direkten Wiederaufstiegs - biete, so Stoffels, genug sportlichen Reiz. Und für so manchen Youngster im Kader, der bei seinen ersten Landesligaeinsätzen die Grenzen mangelnder Erfahrung deutlich aufgezeigt bekommen hatte, wird eine Saison in der Bezirksliga wohlmöglich guttun. Anspruchsvoll Fußball gespielt wird dort schließlich auch. Ob sich der sportliche Rückschlag für die Spieler im Abstiegskader allerdings so einfach verarbeiten lässt, wie es die "Vision" des VfL-Trainers - und eines jungen Vorstandteams, welches auf eine langfristige Erfolgsplanung setzt - erfordert, bleibt abzuwarten. Vielleicht bekunden die Benrather bereits heute Abend ein erstes leuchtendes Zukunftszeichen, wenn die Wiederholung der Kreispokal-Halbfinalpartie beim Landesliga-Achten und Liga-Aufsteiger MSV Düsseldorf ansteht. Die war am 10. April zwar begonnen, aber aufgrund eines heftigen Gewitters abgebrochen worden war. "Wir wollen in den Niederrheinpokal", gibt Stoffels als unmissverständliche Parole aus. Und kündigte dabei an, dass er in der Auseinandersetzung mit dem Ortsrivalen auch jenen Akteuren in seinem Kader eine Einsatzchance geben wird, die bislang nicht so oft zum Zuge gekommen waren: Dahyul Bang etwa, Can Sahin und Sascha Busse. Ein ausgesprochen großes Risiko geht Stoffels mit einer Teil-Zweitbesetzung gegen den als ambitioniert geltenden MSV allerdings gar nicht ein. Selbst im Falle einer Niederlage besteht weiter die Chance auf das Erreichen des Niederrheinpokals, weil beide Halbfinalverlierer beim Endspieltag am Pfingstmontag den dritten Düsseldorfer Teilnehmer ausspielen. Mit dem A-Kreisligisten Rhenania Hochdahl steht dieser Kontrahent als durchaus machbare Hürde bereits fest.

(hel)
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