Benrath: Vom Auf und Ab eines Traditionsclubs

Benrath: Vom Auf und Ab eines Traditionsclubs

Der erneute Gang in die Bezirksliga ist unvermeidlich. Am Montag kann der VfL noch den Sprung in den Niederrheinpokal schaffen.

Nun ist es amtlich. Der Landesligist VfL Benrath ist mit dem Ende der Meisterschaftsrunde 2017/18 in Bezirksliga abgestiegen. Mal wieder. Zwei Spieltage vor Saisonschluss können sich die Schlossstädter als Tabellenschlusslicht nicht mehr auf den Relegationsrang 15 retten, wie etwa im Vorjahr. Und schon gar nicht mehr einen gesicherten Nichtabstiegsplatz erreichen. Die jüngste 1:3-Niederlage beim Aufstiegsaspiranten SC Velbert bescherte dem Team von Trainer Frank Stoffels - nach Wochen des Bangens und Hoffens - auch rein rechnerisch die unangenehme Gewissheit: Aus und vorbei.

Als Trost sei vermerkt: Der Benrather Traditionsclub, dessen Erfolgsjahre mit dem Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft 1957 als Vereinshöhepunkt und jener Glanzzeit um die Nationalspieler Karl Hohmann und Josef Rasselnberg in den Dreißigern ohnehin weit zurückliegen, bleibt auch in der Saison 2018/19 als Bezirksligist der liga-höchste Verein im Düsseldorfer Süden.

Nach dem Abstieg wieder aufsteigen - das wird gewiss das Ziel der Benrather sein. Doch Vorsicht! 2006 rutschte der VfL nach dem aufeinanderfolgenden Abstieg aus Landes- und Bezirksliga sogar für drei Jahre hinunter bis in die Kreisliga A. Dieses Schicksal soll sich, so versichert es Trainer Frank Stoffels, allerdings nicht wiederholen. "Personell sind wir stark genug aufgestellt, um das ehrgeizige Ziel Wiederaufstieg in die Landesliga in absehbarer Zeit verwirklichen zu können", erklärt Coach Stoffels hingegen. Tiefpunkte hat es in der inzwischen 112-jährigen und absolut wechselvollen Vereinsgeschichte immer wieder geben. Erfolg und Misserfolg liegen bekanntermaßen im Sport oftmals ganz nah beieinander. Titel auf hohem Niveau sammelte der VfL vor allem in den 1930er und 1940er Jahren, als die Benrather dem edlen Kreis der beiden höchsten deutschen Spielklassen angehörte. Zweimal Westdeutscher Pokalsieger (1932, 1933), zweimal Gaumeister Niederrhein (1943, 1935). Gleich fünfmal in Folge qualifizierte sich der VfL von 1903 bis 1935 an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

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Nach dem Gewinn der Amateurmeisterschaft 1957, die ganz Düsseldorf den Benrathern zujubeln ließ, wurde es nach und nach ruhiger um den VfL. 1982 erfolgte der Abstieg aus der Verbandsliga. Eine Wiederkehr wäre beinahe in der Saison 1991/92 geglückt, als den wackeren Landesligakickern lediglich ein einziges Tor zum Aufstieg fehlte.

Ab 2000 begaben sich die Benrather dann auf jene Talfahrt, die bis hinab in die Kreisliga führte. Immerhin: 2012 kehrte der Traditionsverein unter Trainer Olaf Faßbender in die Landesliga zurück. Mangels finanzieller Möglichkeiten musste die Mannschaft anschließend dort mit ihren Übungsleitern Frank Moeser und Frank Stoffels stets um den Klassenverbleib fürchten. Nun ist es also passiert.

Eine kleine Chance auf ein wenig sportliche Rehabilitation erhalten die Absteiger am Pfingstmontag. Im Kreispokal-Entscheidungsspiel gegen Rhenania Hochdahl nämlich können sich die Stoffels-Schützlinge mit einem Sieg in die Niederrhein-Pokalrunde katapultieren. Beginn auf der Anlage des TSV Eller 04 ist um 11 Uhr.

(hel)