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Benrath: Tipps für Schüler, die ins Ausland gehen

Benrath : Tipps für Schüler, die ins Ausland gehen

Rund 1500 Besucher kamen zur großen Schüler-Austausch-Messe ins Annette-von Droste-Hülshoff-Gymnasium. Eröffnet wurde die Informationsveranstaltung von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann.

Seine Laufbahn im diplomatischen Dienst begann für den amerikanischen Generalkonsul Michael Keller mit einem Austauschjahr: "Ich lebte ein Jahr in München in einer Gastfamilie. Dann noch mal während des Studiums zwei Semester in Münster", sagte der US-Amerikaner am Wochenende bei der Eröffnung der "Schüler-Austausch-Messe" im Annette-von Droste-Hülshoff-Gymnasium. Für Jugendliche sei der Aufenthalt im Ausland keinesfalls ein verschenktes Schuljahr, sondern ein großer Gewinn an Lebenserfahrung. Genau das wünscht sich NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann für möglichst viele junge Menschen: "Es ist mir ein Anliegen, dass Schüler ungeachtet ihrer sozialen Herkunft einen solchen Austausch erleben können", sagt sie. Wer einmal im Ausland gewesen sei, könne auch besser verstehen, wie es sei, sich irgendwo als Fremder zu fühlen.

In der Aula des Gymnasiums konnten sich Eltern und Schüler gleichermaßen über Schulaufenthalte an einer "High School", Internate, Privatschulen, Ferienjobs, Ferien- und Sommercamps, Praktika, Sprachreisen, Au-pair-Stellen, Work and Travel, Freiwilligendienste sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten informieren. Vanessa und Nikola (beide 17) planen nach dem Abitur einen solchen Weg: "Wir möchten gerne ins englischsprachige Ausland. Vielleicht auch für ein Studium", sagen sie.

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Auch exotische Ziele sind möglich. Gunda von Fircks von der Organisation "Partnership International" sagt: "Wer nach dem Abitur einen Kulturaustausch wählt, kann zum Beispiel in Chile einige Zeit mit den Ureinwohnern zusammen leben." Beliebt sei auch ein Austauschjahr in Argentinien.

Wie prägend ein Auslandsaufenthalt sein kann, weiß auch der französische Generalkonsul Vincent Muller: "Wer in der Jugend die Fremde entdeckt, stärkt die eigene Identität." Der Dialog der Kulturen sei zudem für die Friedenssicherung besonders wichtig. In der Vielfalt der Angebote versuchten viele Familien erst einmal einen Überblick zu gewinnen, hörten Vorträge an und informierten sich über Finanzierungsmöglichkeiten.

Familie Aust aus Meerbusch ist am Samstag mit Sohn und Tochter unterwegs: "Wir schwanken zwischen England und Neuseeland für ein Austauschjahr", sagen sie. Günter Becker, Lehrer am Annette-von Droste-Hülshoff-Gymnasium, moderiert eine Runde mit Austauschschülern, die über ihre Erfahrungen berichten. Die "Deutsche Stiftung Völkerverständigung" informiert über Details bei den Austausch-Stipendien und den diversen Finanzierungsmöglichkeiten.

Tipps zum richtigen Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt vermitteln Schulleiterin Brigitte Vinke und ihre Stellvertreterin Barbara Maerker in einem Vortrag. "Jeder sollte während der Schulzeit einmal die Möglichkeit haben, an einem Austausch teilzunehmen", sagt Vinke. Rund zehn Prozent ihrer Schüler gingen für länger ins Ausland. "Viele bleiben mittlerweile ein halbes Jahr", sagt sie. Das sei dem Umstand der Schulzeitverkürzung geschuldet. Wer doch ein ganzes Jahr gehe, wiederhole dieses Jahr dann häufig, um weiter gute Noten zu haben.

(sime)