Benrath : Tier-Skulpturen eines Analytikers

Mittwoch wird im Naturkundemuseum die Dauerausstellung "Wie Menschen Tiere sehen" mit Werken von Joseph Pallenberg eröffnet.

Das Naturkundemuseum der Stiftung Schloss und Park Benrath zeigt in seiner Ausstellung "Wie Menschen Tiere sehen - Die Tier-Skulpturen Josef Pallenbergs", die am 24. Januar um 19 Uhr eröffnet wird, erstmalig eine Auswahl von Tierskulpturen des Düsseldorfer Tierbildhauers Josef Pallenberg. Dabei ist der Ausstellungstitel in seiner Allgemeinheit nicht ganz zutreffend, denn als Tierbildhauer hatte Pallenberg (1882-1946) für seine Zeit eine ganz besondere Art die Natur seiner animalischen Models zu ergründen und abzubilden.

Er war kein Künstler, der aus welchen Motiven auch immer Subjektives oder gar Ideologisches in wild lebende Tiere wie Hirsche, Bären oder afrikanisches Großwild hineinprojizierte. Er war vielmehr naturwissenschaftlich geprägter Analytiker, der mit frühen Erkenntnissen der Verhaltensforschung sowie mit Hilfe der fotografischen Technik der Natur auf die Spur kommen wollte und so gleichzeitig für die Wesenhaftigkeit der Tiere warb. So wies er mit Fotos nach, dass bei einem galoppierenden Pferd für einen Moment alle Hufe in der Luft sind. Veranschaulicht wird die überragende Leistung Pallenbergs, der zeitweilig gemeinsam mit zwei Löwen sowie einem Wolf zusammenlebte, im Obergeschoss des Museums mittels 20 Wandtafeln, die jeweils einem Unterthema gewidmet sind, sowie 50 Tierskulpturen unterschiedlicher Größe sowie Materialien wie Bronze, Gips oder Keramik. "Wir wollen mit dieser sensationellen Ausstellung, die erst den Anfang der Forschung über Pallenberg darstellt, seine europaweit anerkannte Fähigkeit, die Natur und Individualität von Tieren gleichermaßen abzubilden, herausstellen", sagt Stefan Schweizer, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung. Insgesamt umfasst die Sammlung aus dem Nachlass rund 500 Tierplastiken, rund 1300 Aufzeichnungen und Skizzen sowie zahllose Tierpräparate. "Das Restaurierungszentrum der Stadt leistet hier eine perfekte Unterstützung"", so Schweizer.

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Als Kurator kümmert sich Martin Bartelmus, als Kulturwissenschaftler Doktorand an der Heinrich-Heine-Universität und ausgewiesener Fachmann für Tierstudien, um die wissenschaftliche Aufarbeitung des Nachlasses, die in Kooperation mit dem Löbbecke-Museum/Aquazoo erfolgen wird. "Ich hoffe, dass ich über eine Drittmittelförderung diese Arbeit weiter fortsetzen kann", so Bartelmus, der zudem die Relevanz der Ausstellung für die aktuelle Tierethik-Diskussion betont.

Die Finanzierung der Ausstellung ist trotz der Entscheidung des Freundeskreises des Naturkundemuseums, sein Restvermögen nach Vereinsauflösung nicht dem Naturkundemuseum zukommen zu lassen, gesichert. Für das Design der Präsentation zeichnen Frank Alvarez und Frank Ollig verantwortlich, deren Schaukästen nicht nur eine filigrane Eleganz ausstrahlen, sondern dank einer Bodenbeleuchtung die Exponate in einem Licht erscheinen lassen, das Neugier hinsichtlich der bildhauerischen Details macht.

(RP)