Thomas Geisel zu Besucht in Benrath : Zehn-Punkte-Plan soll Benrath retten

Die Händler im Dorf fürchten um ihren Standort. Bei einem Ortsrundgang mit Thomas Geisel zeigten Vertreter der Aktionsgemeinschaft, wo es Handlungsbedarf in Benrath gibt. Der Oberbürgermeister stellte Hilfe in Aussicht.

Die Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB) ist ein Zusammenschluss von Händlern, Unternehmern und engagierten Bürgern, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Dorf als attraktive Einkaufsstraße zu fördern. In den letzten Jahren wuchs jedoch die Liste an Mängeln. „Obwohl Benrath ein Aushängeschild für Düsseldorf ist, bekommen wir kaum Unterstützung von der Verwaltung“, klagt Inge Nitschke von der AGB. Gestern war sie gemeinsam mit anderen Vertretern der Interessengemeinschaft und Oberbürgermeister Thomas Geisel im Dorf unterwegs, um den SPD-Politiker vom Handlungsbedarf zu überzeugen. Folgende Mängel stellten die AGB-Mitglieder dem Oberbürgermeister vor:

Marktplatz Der Marktplatz ist großflächig versiegelt, die Aufenthaltsqualität gering. Die Händler wünschen sich mehr Bänke sowie mehr – und gesicherte – Spielgeräte.

Fußgängerzone Noch ist die Lage nicht dramatisch, doch der Leerstand in der Benrather Fußgängerzone nimmt zu. Dies hänge, so die AGB-Vertreter, auch mit der unattraktiven Einrichtung der Straße zusammen: Mülleimer und Blumenkübel sind in die Jahre gekommene, altmodische Modelle. Ein Antrag auf Erneuerung wurde jedoch von der Verwaltung abgelehnt. Thomas Geisel äußerte diesbezüglich sein Unverständnis. „Eine Einkaufsstraße lebt auch von ihrem schönen Äußeren, und dafür muss die Stadt sorgen“, so der Oberbürgermeister. Er versprach, die Möglichkeit neuer Mülleimer und Pflanzkörbe erneut prüfen zu lassen.

Paulsmühle Im östlichen Teil Benraths entstehen derzeit zahlreiche neue Wohngebäude. Die wichtigste Verbindung zum Ort ist die sogenannte Angströhre, eine Unterführung unter den Bahngleisen. Diese ist eng und schmutzig und schreckt daher viele Bürger ab. „Das sieht hier wirklich barbarisch aus“, sagte der Oberbürgermeister, auch mit Blick auf die massige Hochstraße über dem Park-and-Ride-Platz. „Hier muss ein offener, heller Durchgang geschaffen werden, der breit genug ist, dass sich Radfahrer und Fußgänger nicht in die Quere kommen“, so Geisel. Er schlug auch vor, den Durchgang zwischen Dorf und Paulsmühle als „Hall of Fame“ zu gestalten, also mit erlaubtem, künstlerischem Graffiti zu verschönern.

Baulücken An der Friedhofstraße, an der Cäcilienstraße und am Marktplatz – es gibt mehrere Baulücken im Benrather Zentrum. „Hier wird Potenzial verschenkt“, sagt Geisel beim Rundgang. Die Stellen seien sowohl für Geschäfte als auch für Wohnraum geeignet.

„Der Oberbürgermeister hat sich unsere Anliegen mit Interesse angehört, und scheint gewillt, sie in Angriff zu nehmen“, sagt AGB-Vorsitzende Melina Schwanke nach dem Rundgang. Sie hatte Thomas Geisel zum Abschied einen von der Aktionsgemeinschaft entworfenen 10-Punkte-Plan mitgegeben, der unter anderem einen Architektenwettbewerb für den Marktplatz, häufigere Reinigungen der Fußgängerzone und einen regelmäßigen Austausch zwischen Stadt, Wirtschaftsförderung und AGB fordert.

Auch Inge Nitschke ist zufrieden mit dem Ortsrundgang, mahnt aber auch, dass den Worten des Oberbürgermeisters Taten folgen müssen: „Benrath wurde lange wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt. Jetzt muss die Stadt aktiv werden, damit unsere Probleme nicht so groß werden wie in anderen Stadtteilen“, so Nitschke. „Mit Kosmetik ist es aber nicht getan“, sagt AGB-Vorsitzende Schwanke. Viel mehr brauche es ein professionell ausgearbeitetes Gesamtkonzept für Benrath. Sie und die übrigen Mitglieder der Aktionsgemeinschaft wollen daher in einiger Zeit im Rathaus nachfragen, ob die von Geisel zugesagten Verbesserungen bereits in Angriff genommen sind.