Benrath : Starkes Interesse am Dürer-Kolleg

Bürgerbewegung sammelte Unterschriften für den Bau der Schule auf brachliegendem Gelände in der Paulsmühle.

Viel Zeit hatte Luise Kaewert am Samstagvormittag nicht, denn der Info-Stand der Bürgerbewegung "Wir bauen auf den Süden" war am vergangenen Samstag gut besucht. Kaewert und viele ihrer Mitstreiter sammelten dort Unterschriften für den Bau des Albrecht-Dürer-Kollegs auf dem derzeit brachliegenden ehemaligen Thyssen-Krupp Gelände in der Paulsmühle.

"Die Resonanz ist sehr positiv", berichtet sie. Viele Bürger wären inzwischen auf das Thema aufmerksam geworden. Immer wieder kamen Interessierte auf sie zu und suchten das Gespräch. Einer von ihnen war Hans-Jürgen Klein. Der 71-Jährige hat früher auf dem Gelände gearbeitet und wundert sich über die aktuelle Debatte um die mögliche Kontaminierung des Geländes. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gelände so stark belastet ist, wie es in letzter Zeit zu hören war", sagt Klein, der in den 60er Jahren für die Firma tätig war. "Einzig die Beize hätte das Gelände verschmutzen können, das jedoch nur in geringem Umfang", meint er. Dort hätte jedoch nur eine einzige Beize gestanden und der Großteil des Geländes hätte schon damals brachgelegen, erinnert sich Klein. Inzwischen beobachte er immer wieder Fälle von Vandalismus. "Dort werden regelmäßig Scheiben eingeworfen, Polizei- und Ordnungsamts-Einsätze sind an der Tagesordnung. Das muss aufhören", sagt Klein und trägt sich in die Unterschriftenliste der Bewegung für den Bau des Kollegs ein.

Luise Kaewert indes fordert die Politik und die Firma Thyssen-Krupp zum schnellen Handeln auf. "Was wir brauchen ist nun ein deutliches Signal. Das Vorhaben muss zeitnah durch den Rat gebracht werden und der Oberbürgermeister muss das Gespräch mit Thyssen-Krupp suchen", sagt sie. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Erstellung von Gutachten oder deren Abgleich länger als bis zum Jahresende dauert", fährt Kaewert fort. Dabei hat sie gute Argumente auf ihrer Seite.

Das Areal ist enorm groß (der Kollegbau, eine Sporthalle und ausreichend Parkplätze kommen dort ohne weiteres unter), es ist infrastrukturell bestens angeschlossen und die Paulsmühle würde wieder an den Ortskern angeschlossen werden. Von vielen Bürgern, die den Stand besuchten, war zu hören, dass das Gebiet seit Jahren vernachlässigt wurde und mit Neubau des Kollegs als Bildungszentrum die Chance besteht, dort eine Art Schrittmacher für den Stadtteil zu schaffen.

"Wir wollen hier die Anliegen der Bürger deutlich machen und uns als Bürgerbewegung herausstellen", meint Kaewert. Diesen Gedanken stellt sie bei der Initiative über alles, auch über die politische Zugehörigkeit. "Wir arbeiten überparteilich, um unser Ziel zu erreichen", sagt sie. Tatsächlich finden sich unter den Unterstützern unter anderem der ehemalige Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth (CDU) und die Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Walburga Benninghaus (SPD).

(maxk)
Mehr von RP ONLINE