Stadtteil-Check Benrath : Die Benrather sind stolz auf ihre Heimat

Marianne Holle, die vor über 20 Jahren nach Benrath gezogen ist, schätzt den Stadtteil mit seinem Schloss und den heimatbezogenen Menschen. Aber auch Neubürger genießen das schöne Ambiente.

Marianne Holle lebt seit über 20 Jahren in Benrath, und inzwischen fühlt sie sich dem Stadtteil zugehörig. „Bis es soweit war, sind allerdings ein paar Jahre vergangen“, erzählt die gebürtige Bilkerin. In Benrath verbrüdert man sich nicht sofort, das hat sie erfahren. „Als Neuling wird man hier erstmal beschnuppert“, sagt Holle.

Die Benrather sind ein besonderer Menschenschlag, hat Holle erfahren. Sie sind offen, selbstbewusst und stolz auf ihre Heimat. „Wenn ein Benrather in die Innenstadt fährt, sagt er, er fahre nach Düsseldorf“, erzählt Holle. Zu Anfang habe sie diese strikte Trennung zwischen „der Stadt“ und „dem Dorf“ befremdet und amüsiert, inzwischen denkt sie selber so.

Holle, die sich für Heimatgeschichte, Mundart und Brauchtum interessiert, ist in mehreren Vereinen aktiv, unter anderem in der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath. Sie ist stets bemüht, auch jungen Menschen die Besonderheiten ihrer Wahlheimat näher zu bringen. „Benrath ist ein gehobener Stadtteil, der etwas darstellt. Die Leute sind stolz auf ihr Dorf und ihr Schloss, und sie wissen das kulturelle Angebot zu schätzen“, sagt Holle. Gleichzeitig seien die Menschen hier aber nicht abgehoben: Man treffe sich gerne, feiere gemeinsam. „Wir haben gute Restaurants im Stadtteil und viele große Events wie das Lichterfest und die Bierbörse, wo das gesellschaftliche Leben stattfindet“.

Sorgen macht sie sich um die Bauprojekte, die aktuell in ihrer Nachbarschaft in der Paulsmühle umgesetzt werden. „Wir hoffen, dass die Stadt dafür sorgt, dass beispielsweise die Verkehrswege für die neuen Menschen bereit sind“, sagt Holle. Sie wünscht sich, dass Benrath auch in Zukunft seinen Charakter bewahren kann, der das Dorf unter den Düsseldorfer Stadtteilen auszeichnet.

Foto: Anne Orthen (ort)

Seit 2016 wohnen und leben Frederike Allgut und Torsten Graw mitten in Benrath und fühlen sich in ihrem neuen Heim in Marktnähe pudelwohl. Die günstige Verkehrsanbindung hat das Studentenpaar, das an der TH Köln im Herbst den Bachelorabschluss in Bibliothekars- und Informationswissenschaft anstrebt, in Düsseldorfs südlichen Ortsteil gelockt. „Unser Auto nutzen wir kaum noch“, verrät die 25-jährige Frederike begeistert.

Für Marathonläufer Torsten waren bei der Wohnungswahl Schlosspark und die nahegelegenen Urdenbacher Kämpe als naturgrünes Trainingsgelände ausschlaggebend. Als hoher Wohlfühlfaktor im Dorf zählen für beide auch die guten Einkaufsmöglichkeiten. „Wir bekommen hier alles für den täglichen Bedarf – und sogar mehr“, betont Frederike.

Ein Kontakt zu den Benrathern war für die Zugezogenen dank der netten Mitbewohner im Wohnhaus Ecke Börchem-/Cäcilienstraße schnell hergestellt. „Jung und Alt wohnen hier zusammen“, erklärt Torsten. „Und jeder ist für jeden da.“ Auch einen Lieblingsort zwecks freizeitlicher Entspannung haben beide längst für sich entdeckt – und zwar das etwas versteckt liegende Hinterhof-Cafe „La Corte“, wohin es die Neu-Benrather gelegentlich auf ein Tässchen Kaffee zieht. Augen für die wunderschöne alte Benrather Architektur hat Frederike bei ihren Spaziergängen entlang der Meliesallee. Zeit für ihren zeitgeschichtlichen Ausflug findet sie immer dann, wenn Torsten sportlich unterwegs ist und auf seiner Langstrecke rheinaufwärts Richtung Monheim Kilometer für Kilometer ins Schwitzen kommt.

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