Benrath: Stadt soll bei Planken nachbessern

Benrath: Stadt soll bei Planken nachbessern

Die neue Holzbeplankung fällt nicht jedem sofort als neu auf, wird aber schon gut genutzt. 8000 Euro kosteten die Auflagen ohne Montage. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf mahnt bei der Verwaltung Änderungen an.

Das NDR-Magazin "Extra 3" ist dafür bekannt, dem Amtsschimmel immer hart auf der Spur zu sein. So hat Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf schon wenige Tage, nachdem die hölzernen Sitz-Planken auf der Mauer am Brunnen am Marktplatz installiert waren, einen Anruf erhalten. Die Frage war: Haben die paar Holzsitze tatsächlich 50.000 Euro gekostet? Haben sie nicht: Die Kosten für die 18 Auflagen betrugen laut Stadt 8.000 Euro, allerdings ohne Montage.

18 Planken sind - scheinbar willkürlich - auf der Mauer verteilt worden. Weitere Holzsitze sollen nach Wunsch der Stadtteilpolitik noch folgen. Foto: Simona Meier

Doch auch wenn der Stückpreis jetzt "nur" noch bei 445 Euro liegt, mahnt Bezirksbürgermeister Karl-Heinz-Graf Änderungen an: "So bleibt das auf keinen Fall." Dabei geht es ihm nicht um die Beschaffenheit der Planken, sondern um die Zahl und die Art und Weise der Verteilung. Nach seiner Information wurde bei einem Ortstermin einer Stadtmitarbeiterin mit Unterstützung von Passanten festgelegt, wie die 18 Stück verteilt werden: hier mal eine, da mal zwei Planken nebeneinander oder mit Zwischenraum dazwischen. Das Nebeneinandersitzen mehrerer Personen auf Holz ist dabei nicht möglich. Zur Not, so Graf, würde sich die Bezirksvertretung (BV) mit weiteren finanziellen Mitteln beteiligen. Insgesamt 50.000 Euro hat das Gremium 2016 zur Verschönerung des Marktplatzes zur Verfügung gestellt. Von diesen Mitteln sollen auch die Bäume gekauft werden, die auf dem Platz gepflanzt werden sollen (siehe Text unten). Außerdem erhält der Bereich um den Brunnen drei hochwertige Edelstahl-Abfallkörbe.

Doch wie kommen die neuen Planken nun bei den Benrather an? Überrascht blickt die junge Mutter auf die veränderte Brunnenlandschaft. "Ich habe das gar nicht wahrgenommen. Ehrlich gesagt, ist es mir noch nicht aufgefallen", stellt sie beim Blick auf die neue Beplankung fest. Sie hat ihren Sprössling im Blick, der am Brunnen spielt. "Es ist doch ganz praktisch, nicht mehr auf den kalten Steinen sitzen zu müssen", sagt Janin Schröder. Sie hat zwar noch nicht zur Probe Platz genommen, die neuen Sitzmöglichkeiten gefallen ihr aber. Für Michael Schrader steht schon nach seiner kurzen Pause am Brunnen fest: "Es ist fantastisch, finde ich. Mir gefällt das sehr gut."

Dass man nach innen zum Brunnen gerichtet sitzt, mutmaßt er anhand der verbreiterten Sitzfläche und hat sich so auch hingesetzt. Viele Passanten wählen den Blick Richtung Fußgängerzone und strecken die Beine lang von sich. Möglich sind beide Varianten.

Dass sich etwas an der Situation am Marktplatz ändern muss, ist lange beschlossene Sache. Der Planungsauftrag für die neuen Sitze rund um den Brunnen erfolgte per Beschluss der Bezirksvertretung 9 schon am 29. April 2016. Daraufhin wurde ein Entwurf analog der ursprünglichen Planung zum Marktplatz des Architekturbüros Rhode Kellermann Wawrowski RKW in Zusammenarbeit mit dem Marktamt, und der Unterhaltungsabteilung entwickelt.

Es folgte die Abstimmung zu den gewünschten Möglichkeiten mit verschiedenen Ämtern, wie Gartenamt, Marktamt und der Stadtentwässerung. Bis die neue Holzbeplankung vor einer Woche angebracht wurde, verstrich einige Zeit. Das Ergebnis der Entwurfsplanung ist jetzt nutzbar. "Ziel war es, eine gelockerte Anordnung zu erreichen", sagt Stadtsprecher Michael Buch.

"Man sitzt jetzt nicht mehr auf den Steinen, das ist schon mal gut. Es sieht aber sehr einfach aus. Vielleicht dunkelt das Holz noch nach. Besser wäre, wenn alles mit Sitzplätzen versehen wäre", erklärt eine Dame, die sich kurz in der Fußgängerzone ausruht. Befestigt wurden 18 radial gebogene Bankauflagen aus Movingui-Holz. Sie sind auf einer Unterkonstruktion aus verzinkten U-Schienen angebracht, die je 60 Zentiemter breit sind. Das Ensemble ist aufgelockert verteilt. Manchen Besucher irritiert das noch. "Es sind zu wenig Plätze", sagt eine weitere Frau im Vorbeigehen.

(sime)