So war das Lichterfest 2019 im Park von Schloss Benrath in Düsseldorf

Musik und Feuerwerk : Picknick und Farbenpracht beim Lichterfest

Mit der Musik der Düsseldorfer Symphoniker und einem Feuerwerk feierten über 10.000 Menschen im Benrather Schlosspark.

Ein voller Erfolg wurde das Lichterfest im Benrather Schlosspark, obwohl die Witterung nicht das gewünschte Sommerfeeling aufkommen ließ und der Himmel wolkenverhangen war.

Mäßige Voraussetzungen also für ein Picknick auf den Wiesen um den Spiegelweiher, die am Morgen noch ein paar Schauer mitbekommen hatten. Zahlreiche Fans des Open-Air-Konzertes hatten dennoch schon am Nachmittag auf den Einlass um 18 Uhr gewartet, um sich einen guten Platz zum Ausbreiten von Decken und Aufbau von Tischen und Stühlen zu sichern.

Während The Klezmer Tunes mit modernen Fassungen jüdischer Klezmer-Musik im Vorprogramm aufspielten, wurde das Picknick bereits eröffnet. Beim Rundgang unübersehbar waren die Burgherren von und zu Geldern, die wie im vergangenen Jahr mit ihrer fürstlichen Kleidung die Blicke auf sich zogen. Diesmal aber war die Tafel größer ausgefallen. „Wir haben Gäste aus Bayern dabei, deshalb musste unser Tisch verlängert werden“ erzählte der Gelderner Gastgeber. „Aus Grafenau im Bayerischen Wald, einer wichtigen Station an der früheren Salzstraße, kommen wir“ so der in festlich roten Brokat gekleidete Gast, „und freuen uns, hierher eingeladen zu sein.“

Am Kopf des Spiegelweihers hat sich Familie Schäfer aus Benrath mit Freunden niedergelassen und für die Kinder eine große warme Decke ausgebreitet. „Wir sind schon seit fünf Uhr am Tor gewesen, damit wir mit der großen Gruppe einen guten Platz bekommen“ sagte Frau Schäfer. Den haben sie sich mit einem Kerzenleuchter schön hergerichtet. „Wir haben unseren Freunden diese Einladung zu Weihnachten geschenkt“ fügte Herr Schäfer hinzu, „und werden sicher nächstes Jahr wieder hier sein.“

Während Dimitri Schenkers Klarinetten-Solo durch den Schlosspark klang, stieß eine Gruppe junger Leute an einer mehrteiligen Tafel an. Aus Wittlaer haben sie das Equipment nach Benrath geschleppt, sind überwiegend erstmals beim Konzert und lassen sich Wein und selbstgemachte Speisen schmecken. Einer von ihnen ist aus Essen angereist: Marcel Schaub findet die Klezmer-Musik nicht ganz so gut, freut sich aber schon mächtig auf die Symphoniker mit ihrem Klassik-Programm. Die Düsseldorfer Familie Prof hat der Schwägerin zum 50. Geburtstag die Karten geschenkt. So ist Familie Welter aus Bonn erstmals zum Konzert gekommen und hat ein Fässchen Früh-Kölsch mitgebracht. Rheinische Integration!

Das Fest war ausverkauft, zahlreiche Menschen kamen schon am Nachmittag in den Park, um sich die besten Plätze zu sichern. Foto: Endermann, Andreas (end)

Pünktlich um 22 Uhr hob Aziz Shokhakimov den Taktstock und die Düsseldorfer Symphoniker eröffneten das Lichterfest mit der Fledermaus-Ouvertüre. Das wunderbar aufspielende Orchester zeigt sein breites Repertoire: gespielt wurden Offenbach, Tschaikowski und Smetana im ersten, Rossini, Grieg, Debussy und Saint-Saëns im zweiten Teil; immer begleitet von passenden Farb- und Wasserspielen. Den großartigen und vom Publikum heiß ersehnten Höhepunkt setzten Orchester, Wasserspiele und Licht, begleitend zu Mussorgskis bekanntem Werk Bilder einer Ausstellung, gekrönt von einem herrlichem Feuerwerk, das sogar stille Leuchteffekte bot. Nach Wiener Muster gabs als Rausschmeißer den zackigen Radetzkimarsch: ein Ohrwurm für den Heimweg.

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